Geplante Erstaufnahme in Homberg

Geplante Erstaufnahme: Flüchtlinge sind laut Pro Asyl die Leidtragenden

Homberg. Schon am 15. November könnten die ersten Asylbewerber in das frühere Kreiskrankenhaus in Homberg einziehen. Das teilt das Regierungspräsidium Gießen auf HNA-Anfrage mit. Dort ist man für die Erstaufnahme der Flüchtlinge zuständig.

Wegen noch erforderlicher Instandsetzungsarbeiten könne es jedoch zu Verzögerungen kommen. Bis zu 400 Menschen sollen künftig in der ehemaligen Asklepios-Klinik untergebracht werden.

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Bislang gab es nur wenige Informationen zu den Plänen. In Homberg sind einige Menschen in Sorge. Unter anderem wird befürchtet, dass 400 zusätzliche Personen zu viel für eine Kleinstadt seien. „Eine Besichtigung vor Ort ergab, dass sich die Liegenschaft gut für eine Erstunterbringung eignet. Insbesondere konnte keine verdichtete Bebauung in der unmittelbaren Nachbarschaft festgestellt werden. Vorgaben, Flüchtlinge nicht in Wohngebieten unterzubringen, gibt es nicht“, so das RP Gießen. Zudem liege die Einwohnerzahl Hombergs bei knapp 15.000 Menschen. Gegen dieses Verhältnis bestehen laut RP keine grundsätzlichen Bedenken.

Vor allem die Flüchtlinge seien die Leidtragenden, so Bernd Mesovic, stellvertretender Geschäftsführer von Pro Asyl. „Menschenrechtsverletzungen gibt es an allen Ecken und Enden, die Menschen suchen Schutz bei uns“, fügt er an. Er kritisiert, dass nicht die Flüchtlingszahlen so dramatisch gestiegen seien, sondern vielmehr die Unterbringungspolitik schlecht geplant sei.

Es sei jetzt wichtig, die Menschen in Homberg zu informieren und zu versuchen, gegen rassistische Ängste vorzugehen. „Man sollte die Einwohner nicht vor vollendete Tatsachen stellen“, betont er. Dann könne es gelingen, die Homberger zu ermutigen, sich mit den Menschen auseinanderzusetzen. „Man kann es auch als Herausforderung ansehen, die Flüchtlinge zu unterstützen.“

Von Maja Yüce

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Quelle: HNA

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