Verhandlungen über Homberger Hospital

Asylbewerber im leeren Krankenhaus?

Schwalm-Eder. Die Kreisstadt Homberg muss eventuell bis zu 400 weitere Asylsuchende aufnehmen. Das leer stehende frühere Kreiskrankenhaus Homberg und das angrenzende Schwesternwohnheim, die dem Klinikkonzern Asklepios gehören, stehen als mögliche Außenstelle der hessischen Erstaufnahme-Einrichtung für Asylsuchende in Gießen zur Diskussion.

„Wir wurden vom Regierungspräsidium Gießen und der Leitung der Erstaufnahmestelle in Gießen informiert, dass Verhandlungen mit Asklepios geführt werden“, sagte Landrat Frank-Martin Neupärtl am Freitagmittag. Das hieße, dass zusätzlich zu den Asylbewerbern, die der Schwalm-Eder Kreis bereits beherbergt und bis Jahresende noch unterbringen muss, weitere Asyl suchende Menschen in die Kreisstadt kommen.

Beim RP hielt man sich zunächst bedeckt. Es habe in den vergangenen Wochen Gespräche mit Einrichtungen gegeben, um die Unterbringung in Hessen zu gewährleisten, sagte die Pressesprecherin des RP Gießen, Gabriele Fischer. Der RP dort ist hessenweit zuständig für die erste Aufnahme Asylsuchender. Die Erstaufnahme-Stelle Gießen ist derzeit völlig überfüllt. „Sie ist mit über 600 Personen belegt und für maximal 350 Personen vorgesehen“, weiß Neupärtl. Und: Die Situation werde sich auf Grund der weltweiten Krisenherde nicht verbessern. „Es steht außerdem der Winter bevor und die Unterbringung in Zeltstädten oder Turnhallen ist keine Alternative. Es geht um die menschenwürdige Unterbringung“, so Neupärtl und ging auf die oft dramatischen Lebensumstände der Asylbewerber ein.

Der Asklepios-Geschäftsführer für Nordhessen, Dr. Dirk Fellermann, war zu keiner konkreten Aussage bereit. Er könne dazu nichts sagen, sagte er der HNA und verwies an das Gießener RP. Die Vertragsverhandlungen seien immerhin schon so weit, dass die Vertragspartner über konkrete Preise gesprochen hätten, erklärte Neupärtl.

Von Ulrike Lange-Michael und Maja Yüce

Quelle: HNA

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