Asylbewerber lernen jetzt Deutsch mit Bilderwörterbüchern

Bilder sind Worte: Semere Negash aus Eritrea ist einer der Sprachkursteilnehmer des Ökumenischen Arbeitskreises.

Wolfhagen. „Deutsche Sprache, schwere Sprache": Von dieser Redensart können die in der Wolfhager Pommernanlage lebenden Kriegsflüchtlinge und Asylsuchenden - derzeit sind es über 380 - ein Lied singen.

Das Deutsch-Lernen wird den Asylbewerbern jetzt leichter fallen, denn der Kreisverband Kassel der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spendete Bilderwörterbücher im Wert von 1000 Euro.

In den Wörterbüchern werden über 7500 Begriffe und Redewendungen aus den wichtigsten Lebensbereichen durch Bilder nicht nur visuell dargestellt, sondern auch mit Lautschrift und Aussprache in verschiedenen Sprachen für jedes Wort. Das aufwändige Bilderwörterbuch deckt in Bild und Wort eigentlich alle Lebensbereiche ab. Vom Alltag in Deutschland über Einkauf, Arbeit, Gesundheit, medizinische Versorgung, Kindergarten und Schule, Mediennutzung, Orientierung vor Ort, Verkehr, Mobilität, Sitten und Gebräuche, bis hin zu sozialen Kontakten. Zudem enthalten die Bücher alles, was die Sprachkursteilnehmer über Deutschland wissen sollten, beispielsweise über Geschichte, Kultur und Rechtsordnung.

Vorsitzende Birgit Koch: „Mit unserer Spendenaktion wollen wir ein Zeichen setzen, den Menschen helfen und sie unterstützen, die teilweise bis zu zwei Jahre auf eine Entscheidung ihres Asylantrags warten müssen.“ Mit den Büchern sollen sie schnell die neue Sprache lernen können.

Große Freude: Der Kreisverband Kassel der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft spendete Bildwörterbücher im Wert von 1000 Euro. Dorothee Link, Doris Müller und Birgit Koch (vorne von links) übergaben die Bücher jetzt an die Asylbewerber in der Unterkunft in der Pommernanlage.

Freiwillig besuchen derzeit rund 50 Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende aus verschiedenen Ländern die vom Ökumenischen Arbeitskreis in der Pommernanlage angebotenen Deutschkurse, eingeteilt in eine Klasse für Anfänger und Fortgeschrittene. Drei Mal pro Woche unterstützen Ehrenamtliche im Namen des Arbeitskreises die Asylbewerber beim Lernen der Sprache (wir berichteten).

Semere Negash, der aus Eritrea nach Deutschland flüchtete und in Wolfhagen eine neue Heimat fand, sprach allen Kursteilnehmern aus der Seele: „Ich will ganz schnell Deutsch lernen. Damit ich mich im Alltag zurechtfinde und verständigen kann, neue Menschen kennenlerne und um hier Arbeit zu finden.“

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Quelle: HNA

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