Sportfest in der JVA: 200 Inhaftierte nahmen über zwei Wochen an Wettkämpfen teil

Athleten unter Aufsicht

Am Ball bleiben: Diese beiden Gefangenen der Justizvollzugsanstalt nutzen das Sportangebot fast täglich und genießen es, sich auch mit externen Sportlern austauschen zu können. Foto: Rose

Ziegenhain. Es duftet nach Holzkohle, nach Bratwurst und Steak. Lange Schlangen bilden sich vor dem Grill. Was nach einem gemütlichen Treffen unter Freunden klingt, ist eine Zusammenkunft von Männern, die nicht freiwillig auf begrenztem Raum zusammen arbeiten und leben. Trotz Feierlaune sind die Grenzen eben ganz nah: Mauern, Wachtürme, Stacheldraht, Tore und Zäune.

200 Inhaftierte der Justizvollzugsanstalt kamen zum Feiern im Innenhof zusammen: Zwei fordernde Wettkampfwochen lagen hinter ihnen. Organisiert wurde das Ganze vom Fachbereich Sport und Freizeit, den Sportübungsleitern Holger Sebastian Daum und Jörg Ansgar Sippel sowie Sportlehrer Marek Paluszak. „Neben den internen Wettkämpfen gab es viele Begegnungsspiele mit externen Sportlern“, berichtete Daum.

„Das Angebot ist groß. Und ich rate jedem, es auch zu nutzen.“

Inhaftierter in der JVA Ziegenhain

Sportliche Begegnungen lieferten sich die Aktiven im Fußball, beim Badminton und beim Basketball. Mit einem großen Erfolg geht die Saison des Tischtennis-Gefangenensportvereins zu Ende. „Die Jungs nehmen regelmäßig an Punktspielen teil und sind in die Bezirksliga aufgestiegen“, sagte Daum.

Sport treiben können die Gefangenen nach Plan. Es gibt einen Sommer- und einen Wintertrainingsplan. Da etwa Dreiviertel der Männer einer Arbeit nachgehen, liegen die Angebote überwiegend auf dem Nachmittag. „Sport ist dem Klima in der JVA zuträglich, baut Frust und Stress ab“, weiß Daum.

Einen Austausch über den Sport hinter Gittern gibt es regelmäßig mit dem Landessportbund. „Anregungen wie den Stundenlauf nehmen wir gerne auf“, sagt auch Anstaltsleiter Jörg Bachmann. Die Laufveranstaltung ist für Oktober geplant.

Punktspiele sonntags

Zwei Gefangene, deren Namen wir nicht nennen, erklären, warum Sport ihnen so wichtig ist: „Ich spiele Fußball, Badminton und Tischtennis, am Wochenende gehe ich noch joggen“, berichtete ein Insasse. „Viel Spaß macht mir die neue Spinning-Gruppe.“ Auch für seinen Mithäftling steht die Bewegung an erster Stelle: „Ich treibe an fünf Tagen in der Woche Sport.“ Die Punktspiele im Tischtennis finden stets sonntags statt: „Ich finde es gut, dass die Übungsleiter auch am Wochenende bereit stehen“, sagt der Mann „Wissen Sie“, fügt er hinzu und hält kurz inne: „Beim Sport kann man Abschalten, da sieht man keine Gitter. Das Angebot ist groß. Und ich rate jedem, es auch zu nutzen.“ Drei Fragen

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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