SPD, CDU, FDP und FWG gehen optimistisch an die Bürgermeister-Kandidatensuche

„Es ist ein attraktiver Job“

Einer der Kritikpunkte: Die geplante Sanierung des Rathauses. Foto: Féaux de Lacroix

Felsberg. Viel Kritik haben SPD, CDU, FDP und FWG in Felsberg in den vergangenen Tagen eingesteckt – von Bürgermeister Volker Steinmetz (parteilos), aber auch von Bewohnern der Stadt. Der Grund: Sie wollen einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten finden. Nun weisen die vier Parteien die Kritik zurück.

Dass sie nicht gesprächsbereit seien, sei falsch, betont Stephan Bürger (SPD). Das interfraktionelle Gespräch, das für gestern Abend angesetzt war, habe nicht etwa der Bürgermeister angeregt, sondern die SPD. „Wir mussten Herrn Steinmetz dazu drängen“, schildern die Parteien.

„Unser Vorstoß hat nichts damit zu tun, dass wir Herrn Steinmetz nicht mögen“, sagt Werner Rippel (FDP), „sondern damit, dass wir mit seiner Politik nicht einverstanden sind.“ Und damit sei man nicht allein: „Es gibt ein breites Bündnis von unzufriedenen Mitbürgern“, sagt Stephan Bürger.

Rettungsschirm vermeiden

Der Hauptvorwurf gegen Steinmetz: Er zeige zu wenig Sparwillen. Steinmetz’ Argument, die Ausgaben in den vergangenen Jahren seien gesetzlich vorgeschrieben, lassen sie nicht gelten. „Es geht uns nicht um U3-Betreuung oder Kanalsanierung“, sagt Bürger. „Dass diese Ausgaben nötig sind, ist uns klar.“

Vielmehr kritisiere man Projekte wie die Rathaussanierung, für die der Bürgermeister 4,2 Millionen Euro veranschlagt hat. Allein für die Außenanlagen sind 500 000 Euro vorgesehen – hier wäre aus Sicht der vier Parteien ein sparsamerer Entwurf möglich gewesen.

„Wir wollen alle nicht, dass Felsberg unter den Rettungsschirm kommt“, sagt Klaus Döll (CDU), „das lässt sich aber nur vermeiden, wenn alle an einem Strang ziehen: Parlament, Magistrat und der Bürgermeister.“ Gesucht wird jemand mit Verwaltungserfahrung. Die vier Parteien sind zuversichtlich, über die Zeitungskampagne einen geeigneten Kandidaten zu finden. Das habe bereits in anderen Kommunen – etwa Neunkirchen im Siegerland – funktioniert.

„Das ist ein schwieriger Job, keine Frage“, räumt Werner Rippel ein, „aber es ist auch ein attraktiver Job.“ Insbesondere, weil sich dieser Kandidat einer Mehrheit im Parlament sicher wäre. „Die Parteizugehörigkeit spielt keine Rolle – was zählt, ist die Qualifikation“, sagt Stephan Bürger.

Dass diese enge Zusammenarbeit der vier Parteien auf die Bevölkerung zum Teil befremdlich wirke, sei verständlich. „Aber es ist unsere Pflicht, uns für das Wohl dieser Stadt einzusetzen“, sagt Werner Plass (FWG), „und das tun wir hiermit.“ HINTERGRUND

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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