Au-Pair-Oma aus Schwalmstadt half in Südafrika

Schwelgt in Erinnerungen: Bärbel Ortmann zeigt ein Foto aus ihrer Zeit in Südafrika. Sie arbeitete drei Monate in einer Kindertagesstätte.

Ziegenhain. Bärbel Ortmann bekommt einfach nicht genug: Als Au-Pair-Oma war sie in Kanada und Australien – jetzt zog es die 69-jährige Ziegenhainerin nach Südafrika. Über den Verein „Zeig Herz“ arbeitete sie drei Monate in einer Kindertagesstätte in den Slums von Duncan Village.

„Das war einfach nur toll“, sagt Ortmann. Als Betreuerin kümmerte sie sich um die kleinen Kinder. Sie puzzelten, spielten Fangen und Fußball oder sprangen mit dem Hüpfseil. Spielsachen gibt es in Südafrika kaum. „Die Kinder spielen mit Stöcken und Steinen“, berichtet sie. Überhaupt beschäftigen sich die Mädchen und Jungen eher allein. „Die Betreuerin vor Ort hatte keine Zeit zum Spielen.“ Sie war allein für 30 Kinder zuständig. Ortmann machte sich nützlich, wo sie konnte. Sie wechselte auch Windeln und fütterte die Kinder.

Tageweise arbeitete die Ziegenhainerin in anderen Kindergärten. Zu einer dieser Einrichtungen gehörte eine Bäckerei – dort backte sie einmal mit anderen Frauen Brot und Plätzchen. Die Backwaren verkauften sie später. „Wir sind bei glühender Hitze durch die Slums gelaufen und haben die Menschen aus den Hütten gerufen. Das war ein Erlebnis.“

Bärbel Ortmann war es wichtig, die Kultur zu erleben. Deshalb bat sie Caroline, die Putzfrau ihrer Vermieterin, darum, afrikanisch für sie zu kochen. Prompt wurde die Ziegenhainerin in die Hütte der Familie eingeladen. Als Hauptspeise gab es Fleisch, Maispüree und Bohnengemüse.

Auf einem Markt: Die Ziegenhainerin wollte Land und Leute kennenlernen.

Um Land und Leute kennenzulernen, beteiligte sich Ortmann an vielen Veranstaltungen. Die 69-Jährige verkaufte Klamotten für die Kirche, nahm an Gottesdiensten teil und machte eine Safari. Als weiße Frau zog sie die Blicke auf sich, das machte ihr aber nichts aus.

In den drei Monaten war die Ziegenhainerin vor allem von der Fröhlichkeit, Herzlichkeit und Zuwendung der Menschen beeindruckt. „Die Leute haben so wenig und geben so viel.“ Begeistert spricht Ortmann von den Frauen im Land. „Obwohl die Familien in kleinen Hütten wohnen und die Städte dreckig sind, sehen die Frauen immer toll aus.“

Auf den Verein „Zeig Herz“ wurde Ortmann durch Burkhard Buchner aufmerksam. Der 83-Jährige ist Mitbegründer des Vereins und war zu Besuch in der Schwalm. Mit seiner Hilfe bekam die 69-Jährige eine Stelle als Freiwillige in Südafrika.

Diese Reise wird für Ortmann nicht die letzte gewesen sein. Ihr nächstes Ziel ist Indien. „Wenn ich gesund bleibe, mache ich das noch ein paar Jahre“, sagt sie. Ihre Familie findet es toll, dass sie solche Reisen macht. Auch ihre Kinder stehen dahinter.

Anderen Frauen in ihrem Alter rät Ortmann, das gleiche zu tun. „Traut euch. Jede Reise ist ein Erlebnis.“ 

Quelle: HNA

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