Förderkonzept

Begabtenförderung: Sieben Schulen tragen Gütesiegel des Landes

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Sie finden die Angebote zur Begabtenförderung gut: von links Lehrer Dr. Carsten Obach, die Schüler Sarah Eichler, Anna-Lena Wagner, Christoffer Sinning und Fabian Krug, die an verschiedenen Förderprogrammen vom Mathewettbewerb über das Chemieseminar bis zum Debattier-Wettstreit teilgenommen haben, sowie Lehrerin Jutta Wagner vor ihrer Schule.

Schwalm-Eder. Nicht nur schwächere Schüler haben einen Anspruch auf Förderung, sondern auch die besonders Begabten und Interessierten. Dieser Aufgabe widmen sich im Landkreis sieben Schulen mit einem Förderkonzept. Sie tragen deshalb auch das Gütesiegel des Landes Hessen für Begabtenförderung.

Ganz neu im Bunde dieser Sieben ist die Gudensberger Dr. Georg-August-Zinn-Schule als einzige Gesamtschule. Sie erfüllt inzwischen die Anforderungen, die mit der Verleihung verbunden sind

Neben den drei Gymnasien, Melanchthonschule Steinatal Schwalmgymnasium und König-Heinrich-Schule Fritzlar sind es noch die drei Grundschulen Burgsitzschule Spangenberg, Louise-Schröder-Schule Niedenstein und Grundschule Zimmersrode, die sich die Begabtenförderung auf ihre Fahnen geschrieben haben.

Bei der Begabtenförderung gehe es in erster Linie darum, besondere Begabungen und Interessen bei Schülern zu erkennen und nach Bedarf auch zu fördern, erläutert Diplom-Psychologin Dominique Peipert, die beim Staatlichen Schulamt Fritzlar für diesen Bereich zuständig ist.

Sie betreut auch den Arbeitskreis Begabtenförderung, in dem sich Lehrer treffen, die sich für diesen Themenkreis interessieren. Es gibt einen regelmäßigen Austausch, das Schulamt bietet zudem Fortbildungen an. „Gerade die Binnendifferenzierung im Unterricht spielt eine große Rolle dabei“, sagt Peipert. Das heißt, dass für besondere Begabungen und Anforderungen auch besondere Angebote zugeschnitten werden müssen.

Die Schulen, die das Gütesiegel tragen, verstehen sich laut Peipert nicht als Eliteschulen: Sie möchten nur den begabten Schülern in ihrem Lebensumfeld ein passendes Angebot machen, auch auf dem Land. Dafür erhalten sie finanzielle Unterstützung.

Es gibt sie überall, die sehr talentierten, besonders begabten oder speziell interessierten Schüler. Auch im ländlichen Umfeld, in den Kleinstädten und Dörfern. Um sie kümmern sich zum Beispiel an der König-Heinrich-Schule (KHS) in Fritzlar die Pädagogen in besonderer Weise.

Seit zehn Jahren spielt die Begabtenförderung an der KHS eine Rolle, 2005 erhielt sie das hessische Gütesiegel für ihre Bemühungen. Dabei legt die KHS Wert darauf, dass sie beileibe keine Eliteschule ist. „Wir möchten vielmehr ein gutes Angebot machen für regional gebundene, talentierte Schüler, damit sie nicht irgendwohin abwandern“, sagt Dr. Carsten Obach, der zusammen mit Jutta Wagner und Ulla Ostheim verantwortlich ist für die Begabtenförderung an dem Gymnasium.

Obach spricht sogar von einem „Wahnsinns-Potenzial“, das es in der Region gebe an begabten und interessierten Schülern. Deren Förderung müsse noch weiter ausgebaut werden.

Das Förderangebot an der KHS hat inzwischen fast alle Bereiche des Schullebens erfasst. Es gibt zum einen organisatorische Möglichkeiten zur Förderung und Unterstützung, zum anderen viele zusätzliche Projekte, die Schüler nutzen können, von der Exkursion ins Ausland über Workshops bis zur Teilnahme an Wettbewerben.

Zusätzlich angeboten werden unter anderem:

• für Schüler die Möglichkeit, eine Klasse zu überspringen;

• drei statt zwei Leistungskurse für besonders begabte Schüler in der Oberstufe;

• zwei zusätzliche Wochenstunden zur Förderung besonderer Begabungen in der Jahrgangsstufe 5;

• ein internationales Betriebspraktikum in Kooperation mit B. Braun Melsungen;

• die Teilnahme an überregionalen Wettbewerben;

• Auslandsaufenthalte für spezielle Seminare.

Schon zum 10. Mal wird es in der letzten Sommerferienwoche an der KHS die Kinderakademie geben für interessierte Grundschüler aus der Region. Die Kurse umfassen Naturwissenschaften ebenso wie Kunst, Musik, Theater, Geschichte und Medien.

Überhaupt decke das gesamte Angebot nicht nur Naturwissenschaften, sondern alle Fächer ab, sagt Jutta Wagner. „Ich würde jederzeit wieder mitmachen“, ist sich Christoffer Sinning sicher. Er war beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ dabei und hat Schulungen samt Wettstreit als sehr motivierend erlebt.

Mehr Infos auf der Homepage unter www.khs-fritzlar.de

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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