Heute ist Welttag des Buches: Moderne Literatur regt Schüler zum Lesen an

Auch Faust muss sein

Junge Leseratten: von links hinten Jakob Schwalm, Felix Bieber, Magdalena Vaupel, Michel Kuhn und vorn Max Heynmöller zeigen ihre Lieblingsbücher, sie besuchen die Klasse 1a der Hochlandschule in Gilserberg. Foto: Schittelkopp

Schwalm-Eder. „Natürlich wird moderne Literatur am liebsten gelesen“, sagte Lehrerin Kathrin Möbus. Sie unterrichtet Deutsch in der Oberstufe der Fritzlarer Ursulinenschule. Der Lesekanon eines Oberstufenschüler bildet einen Abriss durch die Epochen der Literatur: von der Aufklärung bis zur Moderne.

Was gelesen wird, gibt das Kultusministerium vor. Alle zwei Jahre wird der Kanon aktualisiert. Um den Schülern mehr Freiraum zu geben, was sie lesen, finden in der Oberstufe Buchvorstellungen statt, bei dem die Schüler ihr Lieblingswerk präsentieren.

„Faust ist der Klassiker – er gehört dazu“, sagte die Deutschlehrerin, „ich rate immer, parallel zum Schulkanon noch weitere Bücher zu lesen.“

Traditionell geht es in den Schulen zu: Deutschunterricht ohne gedruckte Bücher ist undenkbar, Tablets und elektronische Bücher finden in den Klassenzimmern kaum Verwendung.

„Die Vorbildfunktion ist wichtig, um zum Lesen anzuregen.“

Kathrin Möbus

„Bei Jungen gibt es die Tendenz, weniger zu lesen“, sagte Kathrin Möbus. Sie schlägt dann Werke mit einer männlichen Identifikationsfigur vor. Zum Welttag des Buches veranstaltet die Ursulinenschule eine Aktion: Die Elftklässler lesen den Kinder der fünften Klassen vor.

„Die Vorbildfunktion ist wichtig, um zum Lesen anzuregen“, sagte die Lehrerin – sowohl unter den Kindern als auch im Elternhaus.

In der Mittelstufe der Anne-Frank-Schule in Fritzlar sollen Buchvorstellungen zum Lesen animieren. „Thematisch richten wir uns nach dem Interesse der Schüler“, erklärte Martina Jung.

Sie ist Deutschlehrerin für die siebten Klassen. Krimis seien bei den Schülern besonders beliebt, sagte sie. Auch Fantasy-Romane werden in Auszügen besprochen. Klassiker, wie Dürrenmatts „Die Physiker“ sind aber Pflicht.

Spannende Lektüre

„Ich lese gern, weil es spannend ist“, sagte die siebenjährige Magdalena Vaupel. Sie besucht die Klasse 1a der Hochlandschule in Gilserberg. „Die Kinder können schon sehr gut lesen“, resümierte Klassenlehrerin Barbara Kaufmann-Wechsel. Sie rät den jungen Schülern, täglich zehn Minuten zu lesen oder sich von den Eltern vorlesen zu lassen. Die ABC-Schützen lernen erst die Buchstaben, dann geht es über zu Bilderbüchern. Die Klasse 1a schrieb eine eigene Fortsetzung zum Großen Elmar-Buch von David McKee. Das war ein Spaß: Da ist sich die Klasse einig.

Lesen mit den Eltern

Die Fibel spielt beim Lernen keine so große Rolle mehr wie noch vor ein paar Jahren. Nach Meinung der Grundschullehrerin sei es wichtig, dass Eltern zu Hause mit den Kindern lesen. (jon/cls)

Quelle: HNA

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