Stadt Gudensberg geht eigene Wege

Infrastruktur-Gesellschaft sucht noch Betreiber: Kreis will schnelle Daten

Schwalm-Eder. Schnelles Internet ist auch im Schwalm-Eder-Kreis noch Mangelware. Das soll sich ändern. Gemeinsam mit dem Werra-Meißner-Kreis, dem Kreis Waldeck-Frankenberg, dem Kreis Hersfeld-Rotenburg und dem Landkreis Kassel soll die Infrastruktur ausgebaut werden.

Die Landkreise haben dazu ein Gesellschaft gegründet, die Breitband Nordhessen GmbH. Damit flächendeckend alle privaten Haushalte und die Gewerbetreibenden in Nordhessen an die Daten-Autobahn angeschlossen werden können, müssen voraussichtlich 143 Millionen Euro aufgebracht werden.

Die Finanzierung erfolgt zu 100 Prozent über ein Darlehen der hessischen Wirtschafts- und Infrastruktur-Bank. Die Bürgschaft dafür übernimmt as Land Hessen.

20 Prozent der erforderlichen Investitionssumme sollen als Eigenkapital von den Landkreis aufgebracht werden. Für den Schwalm-Eder-Kreis wären das 8,8 Millionen Euro. Dieser Vorgehensweise habe der Kreistag Ende vergangenen Jahres zugestimmt, erklärte Michael Schneider, Büroleiter der Kreisverwaltung, gegenüber der HNA.

Durch die Vermietung des Netzes an ein oder mehrere Telekommunikations-Unternehmen sollen die Investitionen wieder eingespielt werden. Ein solcher Betreiber, der sich auch um die Vermarktung kümmern müsste, sei aber noch nicht gefunden. Die Ausschreibung dafür sei einer der nächsten Schritte. Einen Zeitpunkt, wann das Breitbandnetz zur Verfügung stehen wird, konnte Schneider nicht nennen, „aber das soll zügig gehen“.

Die Pläne von Bund und Land, den Ausbau des Breitbandnetzes zu fördern, werden im Schwalm-Eder-Kreis mit Interesse beobachtet. Wenn es zusätzliche Fördermöglichkeiten geben sollte, würden sie natürlich gerne in Anspruch genommen, sagte Schneider.

Gudensberg investiert selbst

Der Stadt Gudensberg beispielsweise geht das alles nicht schnell genug. Dort drückt man mächtig auf die Tube. 2,2 Millionen Euro will die Stadt aus den eigenen Rücklagen entnehmen, um das Breitbandnetz in eigener Regie auszubauen. Das beschlossen die Stadtverordneten im März. Bis 2015 sollte das schnelle Datennetz bereits zur Verfügung stehen. Wegen geänderter Vorschriften gab es Verzögerungen. Die Arbeiten können erst jetzt ausgeschrieben werden.

25 bis 50 Mbit pro Sekunde sollen dann in allen Stadtteilen zur Verfügung stehen. Ähnlich wie bei dem Modell der Landkreise soll das Kabel an einen Betreiber verpachtet werden. In etwa 20 Jahren werde sich die Investition amortisiert haben, hat man bei der Stadt Gudensberg ermittelt. Um möglichst schnell zum Erfolg zu kommen, soll an mehreren Standorten gleichzeitig mit den Arbeiten begonnen werden

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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