Ende Januar wird Dr. Helmut Bernsmeier aus dem Schuldienst verabschiedet – Morgen wird ihm zu Ehren eine Revue aufgeführt

Auch im Ruhestand bleibt alles anders

Verlässt seine Schule mit dem typischen Lächeln: Direktor Dr. Helmut Bernsmeier.

Schwalmstadt - Aus einem unglücklichen Schüler wurde ein begeisterter Student, promovierter und habilitierter Wissenschaftler, Lehrer sowie Studien- und Schulleiter, in dessen Laufbahn nie Stillstand herrschte. Auch für seinen Ruhestand möchte Dr. Helmut Bernsmeier, dass alles anders bleibt.

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Die Arbeit des Lehrers ist mehr als ein Job

Frank und frei sagt er: „In meiner Schulzeit hatte ich enorme Schwierigkeiten.“ Chemie interessierte ihn als Schüler besonders, doch das Fach wurde in der Oberstufe nicht mehr angeboten. An der Uni fühlte sich Bernsmeier dann um so wohler. „Das lag an den ganz anderen Arbeitsformen, nicht mehr klein, klein. Im Studium habe ich mich wiedergefunden.“

Die Schüler von heute sind beileibe nicht schlechter als vorangegangene Generationen, findet der 61-Jährige und empfiehlt den Beruf des Lehrers durchaus - denen, die ihn nicht bloß als Job betrachten (siehe Interview). Nur einmal ist dem Chef von 75 Lehrern, 15 Referendaren und 1150 Schülern etwas wirklich zu viel geworden: Die zusätzliche Leitung des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THS) in Homberg. Als die Direktorenstelle nach neun Monaten wieder besetzt war, war für ihn klar, dass er einen solchen Spagat nie wieder versuchen würde. Ein ähnliches Angebot lehnte er bald darauf dankend ab.

Leitungsfunktionen belegten ihn in mehr als der Hälfte seiner 30 Jahre als Lehrer, trotzdem findet Bernsmeier, dass gerade diese Tätigkeiten eine wichtige pädagogische Arbeit darstellten und stellen: „Mein Blick ist immer der auf die Schüler, sie sollen eine vernünftige Schullaufbahn haben.“

Was wird ihm fehlen, wenn er ab Februar nicht mehr täglich in die Schule kommt? „Vor allem die Gespräche, mit Lehrern, mit den Müttern in unserer hervorragenden Cafeteria. Ich bin auch ein Direktor gewesen, zu dem die Schüler jederzeit kommen konnten. Gerade eben waren vier Schülerinnen da, die sich über etwas beschwert haben.“

Mit vielen Menschen und vielen Büchern will es der Altersteilzeitler jetzt aufnehmen. Einen Literaturkreis möchte er ins Leben rufen, einen Ehemaligenverein aufbauen, Ehemaligentreffen organisieren. Stapelweise Gegenwartsliteratur harrt zu Hause in Niederurff des Gelesenwerdens, und Ehefrau Annette Bernsmeier soll mehr Hilfe in Haus und Garten erhalten. Zwei der drei Kinder (zwei von ihnen sind ausgebildete Lehrer) bauen auf den Vater bereits als Großvater. „Ich freue mich darauf, gesund in Rente zu gehen und die sie zu besuchen.“ Foto: Quehl

Quelle: HNA

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