Im Knüll

Trotz seltener Vogelarten hofft Gemeinde weiter auf Fläche für Windkraft

Könnte durch Windräder bedroht sein: Der Rote Milan

Frielendorf. Energiewende und Naturschutz im Konflikt - das trifft auch auf Frielendorf zu. Dennoch will die Gemeinde den Entwurf des Teilregionalplanes Energie, mit dem der Ausbau der Windkraft für die nächsten Jahre geregelt werden soll, nicht so einfach hinnehmen.

Konkret geht es dabei um eine Fläche, die inmitten des Vogelschutzgebietes Knüll liegt. Durch Windkraftanlagen bedroht werden könnten dort in ihrem Bestand gefährdete Vogelarten wie der Rote Milan und der Schwarzstorch.

Mit dem Beschluss der Gemeindevertretung fordert die Gemeinde, auch die Gemarkung Hilpertshain als Vorranggebiet für Windkraft auszuweisen. Dieses 130 Hektar große Areal liegt von Lenderscheid in Richtung des Homberger Stadtteils Steindorf. „Aus unserer Sicht ein optimales Gebiet“, erklärte Bürgermeister Birger Fey im Gespräch mit der HNA. Nicht nur die Windverhältnisse stimmen auf diesem Knüllhöhenzug, auch böte sich eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Homberg. Zudem halten Schwarzenborn und Neukirchen im Bereich „Schmale Triesch“ in unmittelbare Nähe unbedenkliche Flächen für Windparks vor.

Ein Gutachten allerdings belegt ein „sehr hohes Aufkommen von Schwarzstörchen bei Leuderode und dem Rotmilan weiter östlich“. Das sind bereits gefährdete Vogelarten, die durch Windkraftanlagen zusätzlich in ihrem Bestand bedroht würden. Das Vogelschutzgesetz fordert für Horste dieser Vogelarten Pufferzonen von 1500 Metern. Möglicherweise könnte dieser Radius geringfügig erweitert werden, hofft Fey. Dann nämlich gäbe es grünes Licht für die Fläche zwischen Leuderode und Steindorf.

Der Frielendorfer Einspruch ist nur einer von insgesamt 15 000 Stellungnahmen zum Teilregionalplan Energie, der den Ausbau der erneuerbaren Energien in den Landkreisen Fulda, Hersfeld Rotenburg, Kassel, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner und dem Schwalm-Eder-Kreis steuern soll. Damit liegt laut Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidums, zunächst allerding nur eine quantitative Einschätzung der Einsprüche vor.

Conrad geht davon aus, dass es zu einer zweiten Offenlegung des Planes kommen werde.

Einen endgültigen Beschluss würde die Regionalversammlung zum Jahresende fassen. Bei einem Bestand von derzeit 1900 Hektar könnten 16 400 Hektar neuer Flächen damit ausgewiesen werden.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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