Seit 4 Jahren

Auf Gelände der Firma Artwelding in Treysa werden Weinreben angebaut 

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Stolz auf die fruchtigen Weintrauben auf ihrem Firmengelände: Geschäftsführer der Firma Artwelding Tommy Hartmann (41) und Ehefrau Diljara Hartmann (47). Im vierten Jahr in Folge ernten sie Weintrauben ihrer eigenen Weinstöcke in der Aue in Treysa.

Schwalmstadt. Maschinen sind in einem Gewerbegebiet sicherlich nichts Ungewöhnliches. Dass man diese Umgebung auch als Weinanbaugebiet nutzen kann, glaubt man kaum.

Familie Hartmann baut schon im vierten Jahr Wein auf ihrem Betriebsgelände in der Aue in Treysa an.

Tommy Hartmann hat mit seinem Sohn Rasul 2013 ein familiengeführtes Unternehmen gegründet und sich im Gewerbegebiet in Treysa niedergelassen. Ihr Geschäftsfeld ist der internationale Handel mit Schweißautomation und Rohrleitungszubehör.

Diljara Hartmann ist Apothekerin und hatte vor vier Jahren die zündende Idee, auf dem Firmengelände ihres Mannes Wein anzubauen. Als Kind hat sie zusammen mit ihrem Großvater Wein in ihrer kaukasischen Heimat angebaut. Sie wollte sich gerne ein Stück Heimat in die Schwalm holen: „Wenn kein Wein daraus wird, sieht es ja immerhin noch ästhetisch aus“, dachte sie damals. Ein paar Tage danach hatte die Familie schon die ersten Spatenstiche getan und die Rankhilfen aus Holz standen neben der Gewerbehalle.

„Wir wollten eigentlich den ganzen Zaun als Sichtschutz zur Straße mit Wein einwachsen lassen. Allerdings ist die Erde nicht perfekt geeignet dafür“, erklärt Geschäftsführer Tommy Hartmann. Grund sei der lehmige Boden in der Aue, mit ständig wechselnder Feuchtigkeit. Den Platz neben der Halle haben sie ausgewählt, da man hier fast den ganzen Tag lang Sonne hat, die unbedingt nötig ist, um Wein anzubauen.

„Wir wollen alles gerne komplett selbst machen, nur für den eigenen Verzehr und für Freunde“, sagt Diljara Hartmann.

Ein wenig Hilfe mussten sie sich allerdings für ihr Vorhaben holen: „Wir sind damals in Weinregionen gefahren, um uns mit Winzern zu unterhalten. Es gibt so viel zu beachten und der Wein braucht viel Pflege“, erklärt sie. Ihre erste Sorte hat die 47-Jährige damals bei einem Weinhändler gekauft. Aus den 14 Weinstöcken sind mittlerweile mehr geworden. Mehrmals im Jahr müssen sie die Weinreben beschneiden. „Es ist wichtig, dass man die Blätter ausdünnt, damit die Weinreben genug Sonne bekommen“, weiß Tommy Hartmann.

Vergangenen Herbst konnten sie dann zum ersten Mal reichlich Trauben ernten. Mehrere Körbe voll haben sie im Herbst gesammelt. Der Geschmack ist tatsächlich sehr kräftig und süß, berichten sie glücklich. Wie viele Winzer fürchten auch die Schwälmer Weinanbauer den letzten Frost in jedem Frühjahr: „Wenn die Pflanzen die Eisheiligen überstanden haben, wissen wir – die Ernte wird gut. Trinkbaren Wein kann man aus den eigenen Trauben noch nicht herstellen, dafür reicht die Menge noch nicht aus.

Trotzdem hat die Familie viel Freude daran: „Wir investieren gerne Zeit und Geld, auch wenn es nur schön aussieht“, bekräftigen sie.

Quelle: HNA

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