Wegen scheinbarem Zeckenbiss bei Tierärztin

Schuss auf Flecki: Projektil im Bein einer Katze aus Bad Zwesten entdeckt

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Ein Herz und eine Seele: Marie Bachmann (10) aus Bad Zwesten mit ihrer Katze Flecki. Ein Unbekannter hatte mit dem Luftgewehr aufs Tier geschossen. Seitdem ist aus dem mutigen Freigänger ein eher ruhiger Stubentiger geworden.

Bad Zwesten. Eigentlich war der Besuch bei der Tierärztin ein Routinetermin für Claudia und Marie Bachmann. Dann stellte sich heraus, dass jemand auf die Katze geschossen haben muss.

Die dreijährige Katze Flecki sollte geimpft werden, zudem hatte sie einen vereiterten Zeckenbiss am Hinterlauf. Das dachten zumindest Mutter und Tochter, als sie das schwarz-weiße Tier in die Praxis von Birgit Kalvelage brachten. Die Tierärztin aber stutzte, als sie den angeblichen Zeckenbiss untersuchte. Denn der fühlte sich eher wie ein Fremdkörper als wie eine Entzündung an. Kalvelage röntgte das Bein und stellte fest: In der Katze steckt wahrhaftig eine Kugel.

Im ersten Moment konnte es Claudia Bachmann (38) einfach nur nicht glauben. Katze Flecki hatte sich zwar Anfang Oktober urplötzlich vom begeisterten Freigänger in einen gemütlichen Stubentiger verwandelt, der nicht mehr groß vor die Tür wollte. Aber das Tier lahmte nicht, jammerte nicht, machte keinen desolaten Eindruck. Die Bachmanns waren über die Wesensveränderung einfach nur ein bisschen verdattert.

Da steckt etwas im Bein des Tiers: Das Röntgenbild zeigt das Projektil, das aussieht wie ein Pfeil.

Dann aber kam der Zorn: „Wer um alles in der Welt schießt denn auf eine Katze?“ , fragt sich Claudia Bachmann. Die 38-Jährige wohnt mit ihrer Familie in einer Sackgasse am Ortsrand von Bad Zwesten, Katze Flecki hatte einen engen Bewegungsradius von wenigen hundert Metern. Gerade das bereitet der Erzieherin Sorge: „Kennen wir etwa den Täter?“, fragt sie sich. Oder: „Will uns da jemand schaden!?“ Diese Fragen beschäftigen nun die Familie, die Katze Flecki jetzt immer sehr genau hinterher schaut, wenn sie das Haus doch mal kurz verlässt.

Familie erstattet Anzeige gegen Tierquäler

Natürlich gebe es Menschen, die keine Katzen mögen, sie nicht im Garten haben wollen: „Es ist völlig okay, wenn man Katzen mit Händeklatschen oder lautem Rufen verscheucht“, sagt Claudia Bachmann. „Aber dass da wirklich jemand aus unserer direkten Nähe auf ein Tier schießt – das ist unfassbar.“ 

Die Familie Bachmann erstattet nun Anzeige bei der Polizei. Selbst wenn die den Schützen nicht ermitteln kann: Die Polizei soll wenigstens wissen, dass da ein Tierquäler unterwegs ist, sagen Marc, Claudia und Marie Bachmann. Auch die Zehnjährige ist richtig sauer: „Hätte die Kugel Flecki in den Kopf oder in den Bauch getroffen, hätte sie sogar sterben können. Das will ich mir gar nicht vorstellen.“

Quelle: HNA

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