Auf dem Ofenberg in Wolfhagen soll eine Info-Station als Ausgangspunkt für weitere Exkursionsorte entstehen

Auf den Spuren der Vulkane

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Tuffstein prägt den Ofenberg: Dr. Reiner Kunz (rechts) und Dr. Norbert Panek vom Projektbüro Nationaler Geopark Grenzwelten vor dem Eingang der kleinen Ofenberghöhle.

Wolfhagen. „Es ist eine interessante Landschaft hier“, sagt Dr. Reiner Kunz. Der Geologe steht im früheren Steinbruch unterhalb des Wolfhager Ofenbergturms und blickt auf den Tuffstein, der an den Wänden zu sehen ist, Spuren der vulkanischen Vergangenheit der Region.

Schon als Kind war er hier unterwegs und erkundete die kleine Höhle.

„Wir haben vom Geopark vor, hier eine Vulkanstation Ofenberg einzurichten“, sagt der Wolfhager. Sie soll Ausgangspunkt sein für zehn bis zwölf weitere Exkursionspunkte in der Region, beispielsweise den Schierenkopf im Wolfhager Stadtwald, den Weidelsberg mit seinem früheren Basaltsteinbruch, den Bilstein bei Istha, das Igelsbett bei Oberlistingen oder auch das Dörnberggebiet.

An all diesen Orten könne man dann unterschiedliche Spuren des Vulkanismus entdecken, durch den die vielen Bergkuppen entstanden sind, die die Region prägen.

Am Ofenberg selbst soll dazu in der benachbarten Wolfsschänke eine Ausstellung entstehen, wo zum einen das Thema Vulkanismus generell behandelt wird, ein Überblick über die früheren vulkanischen Aktivitäten im Wolfhager Land gegeben und dann auch speziell auf den Ofenberg eingegangen wird.

Der Berg vor den Toren der Stadt hat eine Menge zu bieten, betont Kunz. Früher habe man erzählt, in dem kleinen Steinbruch gebe es auch Edelsteine. So ganz abwegig sei das nicht, allerdings werde man hier keine Diamanten oder Smaragde finden, sondern kleine Kostbarkeiten für Geologen: In kleinsten Blasen und Hohlräumen einiger basaltischen Gesteine kann man unter dem Mikroskop winzige, wunderschöne Kristalle verschiedener Minerale entdecken.

Und: Der Ofenberg ist der einzige Ort innerhalb der europäischen Vulkanfelder, wo jemals ein Bruchstück eines sogenannten Eklogits gefunden wurde. Dabei handelt es sich um ein Stück der ozeanischen Kruste. Das, sagt Reiner Kunz, sei hier das ganz Besondere. Allerdings: „Das Stück ist irgendwo im Landesmuseum verschüttgegangen.“

Man würde am Ofenberg, an der Stelle des früheren Vulkans, gerne noch etwas weiter Stöbern. Kunz: „Schön wäre es, wenn man hier noch mal frisches Gestein bekommen könnte. Man müsste mit einem Bagger ein Stück freilegen oder mit einer Sprengung. Aber das wird wohl nichts.“

So werde man sich jetzt erst mal auf den Aufbau der Vulkanstation durch den Geopark konzentrieren. Die Realisierung „hängt vom Geld ab, das wir generieren können“. Man sei da noch ganz am Anfang, aber voller Tatendrang, um die Entstehung dieser interessanten Landschaft der Öffentlichkeit näherzubringen.

Quelle: HNA

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