Auf zu neuen Horizonten: Ausstellung von Sturmhoevel ist eröffnet

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Die Familie ist immer dabei, Kinder ziehen sie sich wie ein rostrotes Band durch seine Motive: Künstler Robert Sturmhoevel mit Sohn Benedikt und Ehefrau Manuela. 

WILLINGSHAUSEN. Robert Sturmhoevel (34) ist mit seiner Ausstellung „hinterm horizont“ der 45. Willingshäuser Stipendiat nach Joey Arand („Heimatkörper“) und  in diesem Jahr der zweite junge Künstler in Willingshausen.

Über seine Kunst, seine Wahrnehmungen und darüber, wie er sie in Acryl auf Leinwand bringt. Zur Freude vieler Willingshäuser, so Laudator Bernhard Balkenhol während der von Ulli Becker-Dippel (Willingshausen Touristik) eröffneten Vernissage am Freitagabend, bezog mit Robert Sturmhoevel wieder ein „richtiger Maler“ das Atelier des Gerhard-von-Reutern -Hauses. Dass seine Maltechnik alle Konventionen sprengt und doch Bezüge zu alten Meistern erkennen lässt, offenbart sich dem Besucher erst auf den zweiten, dritten, vierten Blick. Dank seiner folienartigen Vorgehensweise, die das Bild in mehreren Arbeitsvorgängen entstehen lässt und bisweilen eine Dreidimensionalität suggeriert, gelingt es dem in der nationalen Kunstszene bereits fest etablierten Sturmhoevel, die Augen des Betrachters zu fokussieren.

Bis zum Horizont: Für Sturmhoevel typisches Motiv mit Kindern in Rostrot.

Vor allem der Himmel, das Licht und die Landschaft in- und um Willingshausen hat es dem in Berlin aufgewachsenen, in Kassel lebenden Künstler - „Hessen ist meine Wahlheimat“ - angetan, daher auch der Titel der Ausstellung „hinterm horizont“, was Sturmhoevel mit nur einem - ultrabreiten - Pinselstrich festhielt.

Auf einem großen Silbertablett hat er die hierfür notwendigen Farben zuvor exakt platziert und auf den Pinsel aufgetragen - das Ergebnis ist verblüffend. „Der Blick auf den Horizont ist dort genauso zu sehen“, sagt er etwa zu dem Bild „Fernweh“, das einen Notausgang an der neuen Willingshäuser Schule zeigt, der aus Sturmhoevels Blickwinkel an eine Flughafen-Treppe erinnert.

Unter den zwölf Exponaten, ist eines auch eine Wandinstallation seiner Notizen, die den Ausstellungsbesucher erahnen lässt, wie kunterbunt und zugleich konsequent im Kopf des Künstlers die Idee von einem Bild entsteht. So unterschiedlich die Motive, im Blick „Zuflucht“ floss ein Detail der Willingshäuser Mühle mit ein, im Bild „Versteck“ ein Unterstand in der Gemarkung, im großformatigeren Werk „Fumble“ ein Bauwagen mit gleichnamiger Aufschrift (Foto oben), so gesehen bei Witzenhausen. Kinder ziehen sich wie ein rostrotes Band durch Sturmhoevels Bilder.

Quelle: HNA

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