Forstamt Wolfhagen

Aufarbeitung der Sturmschäden im Wald wird bis zum Jahresende dauern

Kann abgefahren werden: An den Waldwegen bei Ippinghausen lagern 1500 Festmeter Holz. Vor allem Fichten hat Sturmtief Friederike im Januar umgeworfen. Revierförster Friedrich Vollbracht wird noch bis zum Jahresende mit der Aufarbeitung des Holzes zu tun haben. Foto: Thon

Wolfhagen. Die Schäden durch den Sturm Friedrike in den Wäldern des Wolfhager Landes stellen das Forstamt Wolfhagen vor besondere Herausforderungen.

Von Antje Thon

Wolfhager Land. Seit Sturmtief Friederike auf der 18 500 Hektar großen Waldfläche, für die das Forstamt Wolfhagen zuständig ist, bis zu 85 000 Festmeter Holz umgeworfen hat, arbeiten die Revierförstereien im Hochbetrieb an der Beseitigung der Schäden. Doch obwohl die Waldarbeiter nahezu täglich in den Wäldern zugange sind, stehen sie noch ganz am Anfang der Holzaufarbeitung. Bis Ende März sollen zwischen 5000 und 8000 Festmeter Laubholz zum Abtransport in die Sägewerke bereitstehen beziehungsweise schon abgeholt sein. Erst im Anschluss wird der Fokus aufs Nadelholz gelenkt.

Für Hessen Forst sei die Aufarbeitung des Windwurfes eine logistische Herausforderung, sagt Uwe Zindel, Leiter des Fortsamtes Wolfhagen. Abläufe müssen koordiniert, Harvester eingesetzt und Lieferpläne eingehalten werden. Ein Teil des Stammholzes wird auf dem Nasslagerplatz Mehlen im Forstamt Vöhl deponiert. Durch das Berieseln mit Wasser soll die Qualität des Holzes gewahrt bleiben. Ausgesuchte Fichtenkontingente werden noch im Wald in die Schälmaschinen geschoben und gehen im Anschluss an die Kunden.

Die Holzmengen müssten wohldosiert aus den Beständen geholt werden. Denn wenn die Stämme zu lange an den Waldwegen auf ihren Abtransport warten, leide die Qualität, sagt Friedrich Vollbracht, Revierförster im Stadtwald Wolfhagen. Bevor die Abfuhr ins Stocken gerate, sei es günstiger, das Sturmholz erst dann von der Wurzel und damit der Wasser- und Nährstoffversorgung zu trennen, wenn es auf dem Markt Abnehmer finde, sagt Vollbracht.

Innerhalb der zwölf Revierförstereien des Forstamtes ist die für den Stadtwald Wolfhagen zuständige am stärksten vom Sturm betroffen. Mit 20 000 Festmetern umgeworfener Fichte müssen dort etwa ein Viertel aller abgeknickten Bäume bearbeitet werden. Zehn Prozent der Menge sei inzwischen gerückt, weitere 3000 Festmeter Holz seien in der Pipeline und würden demnächst abgefahren. Friedrich Vollbracht geht davon aus, dass er und seine Mitarbeiter das ganze Jahr mit der Aufarbeitung beschäftigt sein werden. Während im Sommer aufgrund der vermutlich deutlich trockeneren Böden Ernte die einfacher vonstattenginge und die Abfuhr weniger tiefe Spuren hinterlasse, sei die Bearbeitung der Flächen aus ökologischer Sicht mit Nachteilen verbunden. Tiere würden gestört.

Solange das Sturmholz aus den Wäldern geholt wird, müssen andere Arbeiten liegen blieben. Die Pflanzungen für weitere Mischwaldflächen müssten ebenso warten wie der Aufbau von Gattern, die Eichenverjüngungen vor Verbiss durch Wild schützen sollte, sagt Vollbracht. Auch die normale Durchforstung, bei der aus waldbaulichem Blickwinkel auf die Entnahme von Bäumen geschaut werde, werde in diesem Jahr ausbleiben.

Quelle: HNA

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