Schweine können wieder verkauft werden – Sperre für alle neun Höfe aufgehoben

Nach Dioxin-Warnung: Aufatmen bei den Landwirten in Schwalm-Eder

Glück gehabt: Das Schweinfutter im Landkreis ist nicht belastet. Das Veterinäramt gab die gesperrten Höfe wieder frei. Foto: Schmitt

Schwalm-Eder. Das Aufatmen von Adolf Lux, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder, ist hörbar. „Am Samstag hat Dr. Heil Entwarnung gegeben“, sagt der Kerstenhäuser Landwirt.

Dessen Hof und acht weitere im Schwalm-Eder-Kreis waren gesperrt worden, weil der Verdacht bestand, die Schweine könnten mit dioxinverseuchtem Futter gefüttert worden sein.

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Die Aufhebung der Sperre, die der Chef des Kreisveterinäramtes, Dr. Hans-Gerhard Heil, aussprach, befreite die Landwirte von einer großen Sorge. Für Heil war es wichtig, schnell die Bauern zu unterrichten, damit sie ihre Tiere weiter vermarkten können. „Denn montags ist traditionell Schlachttag.“

Das sieht Adolf Lux ähnlich. Allerdings müssen die Bauern nun auf die Unbedenklichkeitserklärung des Futtermittelherstellers warten. „Die kommen damit gar nicht nach, aber am Dienstag geht der Betrieb wie gewohnt weiter“, sagt Lux.

Erleichtert zeigte sich der Chef der Bauern im Landkreis auch deshalb, weil bei einem negativen Bescheid über das Futter und möglichen Zwangsschlachtungen, die wirtschaftlichen Folgen besonders für Schweinmäster fatal gewesen wären. „Das dauert drei Monate bis wieder Geld in die Kasse kommt“, rechnet Lux vor.

Trotz aller Aufregungen will er den Kontrolleuren keine Vorwürfe machen. Ganz im Gegenteil. Es sei gut gewesen, schon beim geringsten Verdacht Alarm zu schlagen.

Das sieht der Kreisveterinär Heil ähnlich. „Abwarten wäre der falsche Weg gewesen.“ Mit Offenheit wolle man nicht nur Vertrauen in die Kontrollen schaffen, sondern auch das erschütterte Vertrauen der Verbraucher zurückgewinnen.

Einen weiteren Schluss aus der Affäre zieht Lux. „Bei den Kontrollen der Futtermittel sollte künftig auch auf Dioxin untersucht werden. Zumindest einmal jährlich.“ Dabei sieht er das Land in der Pflicht. Über den Berufsverband will er deshalb drauf drängen, dass die Futtermittelüberwachung tätig wird.

Quelle: HNA

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