Andrea Krüger-Wiegand

Auffangstelle für verletzte Vögel in Niedermöllrich

Andrea Krüger-Wiegand und Manfred Gunia

Niedermöllrich/Wabern. Andrea Krüger-Wiegand betreibt in ihrem Haus in Niedermöllrich eine Auffangstation für Vögel, die verletzt gefunden werden.

Andrea Krüger-Wiegand hat in ihrem Haus in Niedermöllrich immer viele Gäste. Die meisten von ihnen tragen Federn, so wie der Ziegenmelker, der etwas verschüchtert in einer Ecke seiner Behausung sitzt, aber eine echte Seltenheit ist.

Die Frau betreibt eine Auffangstation für Vögel, die verletzt gefunden werden. Ihr Spezialgebiet sind Mauersegler. Von ihnen ist auch Vogelexperte Manfred Gunia (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) fasziniert, der zu berichten weiß, dass die schnellen Flieger zwei Jahre ohne Pause in der Luft bleiben können.

Doch Mauersegler sind auch empfindlich, vor allem beim Futter. "Kriegt ein Mauersegler einmal falsches Futter, ist er tot", sagt Gunia. Es könne nämlich passieren, dass das Gefieder leidet und die Selger nicht mehr fliegen können - ein Todesurteil.

Deswegen empfehlen Krüger-Wiegand und Gunia, bei Vogelfunden vorsichtig zu sein. Am besten gebe man den Tieren zunächst nichts, packe sie in eine dunkle Schachtel oder Kiste und alarmiere die Auffangstelle, die Naturschutzbehörde oder die Polizei.

Besonders kniffelig sei es mit Greifvögeln. Da sei es in der Regel besser, die Vogelschützer anzurufen und nicht selbst zu versuchen, die Vögel einzufangen.

Krüger-Wiegand tastet die Vögel zunächst auf Verletzungen ab und entscheidet, ob ein Tierarzt einbezogen wird oder nicht. Dann päppelt sie sie auf. Fünf Stunden am Tag dauere das meist. Im Sommer habe sie oft 40 bis 50 Vögel im Haus und in der Scheune. Früher seien es bis zu 250 gewesen, doch da war Krüger-Wiegand nicht berufstätig.

Das Ziel ihres Ehrenamts ist klar: Die Tiere sollen wieder in die Natur. "Der schönste Moment ist der, wenn ich die Vögel wieder freilasse", sagt sie.

Fast schon ein Wappentier ist in Borken der Weißstorch. Gunia betreut mehrere Horste, und auch Krüger-Wiegand hat Erfahrungen mit ihnen. Sie möchte sogar einen eigenen Storchenhorst auf ihrem Hausdach installieren. Gunia stellt auch an anderen Orten Körbe auf, die als Storchenhorste genutzt werden sollen.

Gunia verbringt viel Zeit mit systematischen Vogelbeobachtungen und -zählungen. Die Daten speist er als Regionalkoordinator in das Internetportal ornitho.de ein, dort kann die Verbreitung von Vogelarten abgelesen werden.

Von Olaf Dellit

Kontakt: Andrea Krüger-Wiegand, Tel. 0160/98320086

Quelle: HNA

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