Scala-Varieté in Fritzlar soll gerettet werden – Förderkreis und Betreiber suchen Konzept

Aufgalopp zum Abschied

Überzeugen musikalisch und mit schwarzem Humor: Die Pömps mit ihrem Musikkabarett „Küss die Hand“ . Foto: privat

Fritzlar. Eins steht fest: Das Scala-Varieté wird im April vorerst zum letzten Mal den Vorhang öffnen für große Unterhaltung mit Artistik, Comedy und Kabarett. „Ich brauche für den Rest des Jahres eine Pause, ich muss mal Luft holen“, sagt Betreiberin Jutta Schröder. Über das Aus des überregional bekannten Varietes sei indes noch nicht das letzte Wort gesprochen. Hofentlich.

Jutta Schröder wünscht sich, dass es weitergeht. „Aber nicht mit dem bisherigen Konzept“, sagt sie. „Ich würde gerne als eine Art Kultubeauftragte Veranstaltungen in die Domstadt holen.“ Ein Treffen mit Vertretern des Kulturvereins, des Vereins Pro-Fritzlar und Stadtverordneten habe es gegeben. Eine Vorstellung, wie es weitergehen könnte, habe sie. Ob dies möglich sei oder welchen anderen Weg es gibt, müsse nun gemeinsam erarbeitet werden. • Zuerst sei es wichtig, sich mit dem Vermieter zu einigen. Dessen Signale seien aber vielversprechend. Für die Miete müssten dann künftig Sponsoren gefunden werden oder die Stadt müsse sich beteiligen. • Das Scala habe natürlich Geld eingebracht, aber zu wenig, um Angestellte zu bezahlen. Ohne eine finanzielle Beteiligung – zum Beispiel von der Stadt – werde das Scala nicht weiterzuführen sein. • Für die Gastronomie müsse ein neuer Betreiber gefunden werden. Sie werde diese nicht weiterführen. • Auch die administrativen Aufgaben müssten auf andere Schultern verteilt werden. Also den Ticketverkauf, die Buchhaltung und andere Dinge.

„Ich hatte teilweise das Gefühl, sieben Jobs gleichzeitig zu machen“, sagt Jutta Schröder. Die 49-Jährige ist Mutter von zwei Kindern: Weihnachten und Silvester habe sie seit gefühlten 25 Jahren nicht mehr feiern können.

Im Scala-Förderkreis seien viele Kulturschaffende und -verantwortliche organisiert, sagt Ulrike Keß, Geschäftsführerin des Fritzlarer Stadtmarketings. Es gebe zwar erste Erfolge, diese seien aber noch nicht in trockenen Tüchern und somit noch nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Stadtmarketing. Vom Kulturverein, dem Verein Pro-Fritzlar und dem Stadtmarketing gebe es ein klares Bekenntnis zum Scala. „Wir wollen die Weiterführung und diesen wunderbaren Spielort für die Stadt sichern und dauerhaft bespielen“, sagt Keß.

Bevor der Vorhang endgültig fällt, stehen aber noch einige Veranstaltungen auf dem Programm. Einige sind ausverkauft, für die folgenden drei gibt es aber noch Karten. • Freitag, 16. März: Die Edertaler Schauspielgruppe „Zapperlott was’n Theater“ gastiert im Scala. Im Gepäck haben sie das Stück „Doppeltüren“. Regie in dem Stück mit Zeitreisen, einem sonderbaren Wandschrank und vielem mehr führte Stefan Tiepermann. • Samstag, 17. März: Die Pömps präsentieren ihr neues Musikkabarett „Küss die Hand“. Das bissige Musikkabarett wird inszeniert von Verena Plangger, Michael Wilke und von Verena Joos. Es gibt unter anderem Lieder und Chansons von Georg Kreisler, Franz Schubert, Otto Reuter und Georgette Dee – gewürzt mit einer deftigen Prise Wiener Schmäh und einer makaberen Geschichte. • Sonntag, 18. März: Eckhart Schenk päsentiert in seiner Dia-Show die traumhaften Landschaften und Menschen Ostanatoliens. • Scala-Varieté: Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr, Einlass 19 Uhr. Speisen und Getränke à la Carte. Vorverkauf bei Dom Buch Vockeroth. • Reservierungen: Tel. 05622/790882, www.scala-variete.de

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare