Auflösung wäre Armutszeugnis

Sportkreis bietet Vereinen Hilfe an: Auflösung wäre Armutszeugnis

Ulrich Manthei

Schrecksbach. Der Traditionsverein VfB Schrecksbach steckt in argen Problemen. Wie berichtet findet sich kein Nachfolger für das Amt des Vorsitzenden.

In der Jahreshauptversammlung des Schwälmer Vereins hatte sich kein Kandidat für die Wahl des Vorsitzenden zur Verfügung gestellt. Bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Februar führt der bisherige Vorsitzende Andreas Jäckel die Geschäfte weiter. „Eine Auflösung wäre ein Armutszeugnis für den Traditionsverein“, sagt der Sportkreisvorsitzende Ulrich Manthei auf HNA-Anfrage.

Manthei will sich nun mit dem VfB Schrecksbach in Verbindung setzen. „Ich verstehe nicht, dass sich bei so einem Traditionsverein kein Vorsitzender findet“, so Manthei.

Immer wieder hört er von den Schwierigkeiten der Sportvereine, Vorstandsposten zu besetzen. Wie viele von den 360 Sportvereinen im Schwalm-Eder-Kreis derzeit ohne Führung sind, weiß er nicht, denn es bestehe keine Pflicht der Vereine, sich in so einem Fall beim Sportkreis zu melden.

Allerdings bemüht sich der Sportkreis in solchen Situationen immer, den Vereinen zu helfen. „Ich war vor Jahren mal zu TSV Adelshausen zu einer Versammlung eingeladen“, erinnerte sich Manthei. Nach seiner Ansprache ließ sich ein Vorsitzender wählen.

Kein neuer Vorsitz: Marcel Reitz (vorn) spielt beim VfB Schrecksbach. Das Aushängeschild der Vereins ist der Fußball. Foto: Kasiewicz

„Die Zeit, dass Vorstände 20 Jahre lang im Amt sind, ist einfach vorbei.“ Seiner Ansicht nach schreckt das besonders die Jüngeren ab. Er rät im Gespräch mit Kandidaten zu betonen, dass sie das Amt für zwei oder vier Jahre übernehmen. Zudem müssen die Aufgaben genau definiert und abgesteckt sein: Vom Kassen- bis zum Platzwart alles zu führen, funktioniere nicht.

„Dennoch ist gerade hier im ländlichen Raum die Bindung an die Vereine noch vorhanden“, betonte Manthei. Wer vom Vereinsleben profitiert, solle bereit sein, mal ein Ehrenamt zu übernehmen, sagte der Sportkreisvorsitzende.

Trägt der alte Vorsitzende nicht bis zur Neuwahl die Verantwortung, muss sich zumindest eine Person finden, die den Verein kommissarisch bis zur nächsten Jahreshauptversammlung leitet. Das Vorgehen ist in den einzelnen Vereinssatzungen geregelt.

Eine Vereinsauflösung, weil sich kein Vorsitzender wählen ließ, hat eine Sprecherin des Marburger Amtsgerichts noch nicht erlebt. Das Gericht ist für das Vereinsregister im südlichen Landkreis zuständig. „Es findet sich immer jemand“, so die Sprecherin.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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