Vor dem Auftritt kribbelte es: HNA-Leserinnen spielten als Statistinnen

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Bereit für ihren Auftritt: Karin Göbel (links) und Hannelore Braun mit Arkadiusz Hirsch (Mitte), der die Rolle des Balton spielte.

Sie durften die Oper Nabucco aus einer ganz anderen Perspektive betrachten - nämlich als Darsteller auf der Bühne. Hannelore Braun aus Melsungen und Karin Göbel aus Uttershausen gewannen beim HNA-Glückstelefon jeweils eine Statistenrolle im Werk von Guiseppe Verdi.

Sie spielten vor fast ausverkauftem Publikum im Melsunger Schlosspark Sklavinnen im Gefangenenchor.

Von Nervosität war trotzdem kaum etwas bei den beiden zu spüren: „Ich habe mich einfach riesig aus den Auftritt gefreut“, erzählte Hannelore Braun. Lediglich kurz vorher habe es ein wenig gekribbelt, fügte sie hinzu. Vor ihrem Auftritt lernten die beiden Statistinnen die Arbeiten hinter den Kulissen kennen: „Das hätte ich mir anders vorgestellt, sagte Karin Göbel. „Die sind alle ganz unaufgeregt. Jeder weiß, was er zu tun hat.“

„Man erlebt alles viel intensiver.“

In einem großen Zelt, das als Garderobe eingerichtet war, bekamen die zwei Opernfans ihre Kostüme und in der Maske noch den letzten Schliff. Um sie herum tummelten sich Sänger, Bühnenbildner und Organisatoren. Ganz individuell bereiteten sich die routinierten Sänger auf ihren Auftritt vor. Manche probten ein letztes Mal, andere spielten zur Entspannung Karten: „Das war sehr interessant zu sehen, wie das ganze Team hinter den Kulissen funktioniert“,waren sich die beiden Frauen einig. Eine Stunde vor Beginn der Aufführung bekamen beide noch einmal genaue Anweisungen, was auf der Bühne ihre Aufgabe ist: „Wir dürfen nicht lachen, schließlich sind wir Gefangene“, erklärte Braun. Als dann ein Opernsänger an den beiden Frauen vorbei lief, der im Kostüm seine Stimme probte, flüsterte Göbel: „Jetzt bin ich angekommen, so habe ich mir das immer vorgestellt.“

In der Maske: Die Statistinnen, hier Karin Göbel, wurden professionell geschminkt.

Insgesamt hatten die Statistinnen drei Einsätze auf der Bühne. Für Hannelore Braun und Karin Göbel waren es ganz besondere Momente auf der Bühne: „Es ist anders als im Publikum zu sitzen, man erlebt alles viel intensiver“, schilderte Braun. Auch Karin Göbel sagte, sie habe die Zeit auf der Bühne sehr genossen: „Mir fehlen die Worte.“ Höhepunkt war für sie im Stück die ergreifende Melodie „Va pensiero“, die im Gefangenenchor gesungen wird: „Da bekomme ich immer wieder eine Gänsehaut“, sagte sie.

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Von Lars Becker

Quelle: HNA

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