Aus dem Förster Dieter Goldmann wurde ein engagierter Lehrer

Steckt voller Energie: Dieter Goldmann ist neuer kommissarischer Schulleiter an der Homberger Erich-Kästner-Schule. Voraussichtlich ab dem nächsten Schuljahr soll an der EKS nach einem neuen pädagogischen Konzept gearbeitet werden. Foto: Rohde

Homberg. Wandlungsfähigkeit ist offenbar seine Stärke: Aus dem früheren Förster Dieter Goldmann ist vor einigen Jahren der Lehrer Dieter Goldmann geworden. Seit Beginn dieses Schuljahres leitet er die Homberger Erich-Kästner-Schule – noch allerdings kommissarisch.

Seine sogenannte Bewährungszeit endet im Sommer. „Rückblickend bin ich froh, dass alles so gekommen ist, dass ich diese Chance bekommen habe, neue Potenziale zu nutzen“, sagt der 57-Jährige, der mit seiner Familie in Fritzlar-Cappel lebt.

Vor neuen Herausforderungen steht er jetzt auch an der Homberger Haupt- und Realschule mit Förderstufe. 380 Schüler mit 18 unterschiedlichen Nationalitäten werden in 21 Klassen von 37 Lehrern unterrichtet.

Abgesehen von Sprachproblemen müssen auch die Aufgaben der Inklusion (Schüler mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam) bewältigt werden. Das bringt die Lehrer an ihre Grenzen.

Stellen für zusätzliche Förderlehrer wären zwar da, es fehlt jedoch an geeigneten Bewerbern. „Es gibt für diesen Bereich keine Studenten und somit keinen Nachwuchs“, sagt Dieter Goldmann.

Aus der Not will man an der Erich-Kästner-Schule nun eine Tugend machen. Die Schule will sich neu erfinden. Selbstorganisiertes Lernen, heißt das Stichwort. Die Schüler sollen sich die Inhalte unter Anleitung selbst in Kleingruppen erarbeiten.

„Die Stärkeren nehmen die Schwächeren mit.“

Dieter Goldmann über das neue Lernkonzept

Goldmann: „Dabei nehmen die Stärkeren die Schwächeren mit. Die Lehrer haben mehr Zeit, auf einzelne Schüler einzugehen.“

Ein weiteres Ziel: Die Schüler würden lernen wie man lernt. „Die Betriebe wollen junge Leute, die eigenständig arbeiten können“, sagt Goldmann.

Nach diesem Konzept arbeite im Schwalm-Eder noch keine andere Schule. Positive Erfahrungen habe man mit dieser pädagogischen Ausrichtung aber an der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode gemacht. Sie ist nun die Partnerschule für die EKS. Ab dem nächsten Schuljahr könnte die neue Unterrichtsform an der Erich-Kästner-Schule eingeführt werden.

Das Kollegium, das Kultusministerium, das Staatliche Schulamt und der Landkreis stünden hinter dem Konzept. Im März wird sich noch die Schulkonferenz mit dem Thema beschäftigen.

Die Gelegenheit, neue Wege einzuschlagen, erscheint auch aus einem anderen Grund günstig. Ein groß angelegter Umbau der Gebäude steht an, der im Sommer beginnen soll. Bei dieser Gelegenheit könnte man die Räume so aufteilen, dass sie besser für Gruppenarbeit geeignet sind. Auch neues Lehr- und Lernmaterial müsste angeschafft werden. Bei der Didacta, die vom 20. bis 24 Februar in Hannover stattfindet, werde man sich dafür Anregungen holen. Wenn alles nach Plan läuft, soll die pädagogische Neuausrichtung in drei bis vier Jahre abgeschlossen sein.

Quelle: HNA

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