Anlieger drücken auf die Bremse

Ausbau der Knüllstraße in Niedergrenzebach verzögert sich

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Keine Bushaltebuchten mehr, keine sichtbaren Querungshilfen, weniger Bäume: Gemäß der Planung soll die Durchgangsstraße durch Niedergrenzebach außerdem schmaler werden.

Niedergrenzebach. Enttäuschung in Niedergrenzebach: Die Pläne zum lang erwarteten Ausbau der Knüllstraße sagen den Anliegern in mehreren Punkten überhaupt nicht zu.

Bei der Vorstellung in der Ausschusssitzung am Dienstagabend setzte es Kritik. Die fiel so harsch aus, dass wohl das ganze Projekt zur Neuverhandlung mit der federführenden Behörde Hessenmobil für Monate oder sogar ein ganzes Jahr aufgeschoben wird. Das letzte Wort hat heute das Stadtparlament.

Die Pläne

Hessenmobil hatte das Ingenieurbüro Oppermann, Niederlassung Schwalmstadt, mit der Überplanung der Knüllstraße beauftragt, und zwar von der ehemaligen Tankstelle bis zum Ortsausgang Richtung Obergrenzebach, im Herbst sollte Baubeginn sein. 

Wie Diplomingenieur Heiko Völke erläuterte, soll eine geringere Straßenbreite von 6 Metern für gedrosseltes Tempo sorgen. Sichtbare Querungshilfen sind nicht geplant, lediglich teils abgesenkte Bordsteine. Die Bürgersteige in Betonrechteckpflaster werden 1,60 bis maximal 2,50 Meter breit, 50 Prozent zahlen die Anlieger.

Die Kritik

Ortsvorsteher Axel Wenzel bemängelte, dass die Anlieger beim Ausbau in den siebziger Jahren Grund für mehr Straßenbreite abgeben mussten, es könne nicht sein, dass sie nun für extra breite Bürgersteige mehr Straßenbeiträge zahlen müssten. Weiter wurde deutlich, dass die Niedergrenzebächer Querungshilfen mit Mittelinseln fordern, neue Freiflächen anstelle der Buhaltestellen aber für überflüssig halten. 

Hingegen können sie laut Helmut Balamagi nicht nachvollziehen, dass die „Einflugschneise“ von Obergrenzebach her fast neun Meter breit bleiben soll. Eine ansonsten schmalere Straße widerspreche aber den Bedürfnissen der Bundeswehr in Schwarzenborn. Viele Niedergrenzebächer nahmen an der Sitzung teil, sie wollen auch Klarheit über die Kosten, die ihnen persönlich ins Haus stehen.

Die Zukunft

Die Mitglieder von Haupt-, Finanz- und Bauausschuss empfehlen, nocheinmal mit Hessenmobil zu verhandeln und Fragen zu klären, auch wenn die Frist zur Beantragung der Fördergelder Ende März so verstreicht und Bauabschnitt 1 nicht diesen Herbst beginnen kann.

Grundstückseigentümer müssen zahlen

Geplant sind auch eine komplett neue Wasserversorgung, der Kanal soll teils in geschlossener Bauweise saniert werden, der Versorger Energie Netz Mitte erneuert Strom und gegebenenfalls Gas. 

Die Kosten für die Maßnahmen der Stadt und der Stadtwerke stehen noch nicht endgültig fest. Die Nebenanlagen (Gehwege und sonstige städtische Flächen) umfassen ca. 4700 Quadratmeter, knapp 2000 Meter Bordstein und 40 bis 60 Straßenleuchten. Die Nebenanlagen sind beitragspflichtig, 50 Prozent der Kosten müssen also die Anlieger bezahlen. 

Die Stadt rechnet mit Fördermitteln nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GVFG), Förderquote bis 70 Prozent. 

Quelle: HNA

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