Ausbildungsmarkt: Weniger Betriebe, mehr Bewerber

Schwalm-Eder. Im jetzt beendeten Ausbildungsjahr 2009/ 2010 suchten mehr junge Menschen einen Ausbildungsplatz als noch im Vorjahr. Gleichzeitig nahm die Zahl der angebotenen Stellen durch die Betriebe ab. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor.

3,4 Prozent mehr Bewerber als noch vor zwölf Monaten suchten danach einen Ausbildungsplatz. Im Vergleich dazu sank die Zahl der gemeldeten Stellen um 11,7 Prozent.

Kritik an den Unternehmen äußerte darum Ulrich Schmittdiel, Geschäftsstellenleiter der Schwälmer Arbeitsagentur. Gerade im Industriebereich sei die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um bis zu 100 Prozent zurückgegangen. „Da hat die Wirtschaftskrise natürlich eine Rolle gespielt“, sagte er. Auch die Kurzzeitarbeit in vielen Betrieben habe das Angebot gedrückt.

Statt 318 Stellen wie im Vorjahr, wurden für das jetzt abgelaufene Ausbildungsjahr im Altkreis Ziegenhain nur 231 Stellen gemeldet. Im gesamten Schwalm-Eder-Kreis sank die Zahl von 943 auf 833.

Zwischen Angebot und Nachfrage klafft eine große Lücke. Im Altkreis Ziegenhain, dessen Zahlen bei der Agentur für Arbeit in Marburg zusammenlaufen, suchten 16 Prozent mehr Bewerber einen Ausbildungsplatz. „Die Zahl der Neuanmeldungen zeigt, dass unsere Bemühungen Früchte tragen“, sagte Schmittdiel. Geschäftsführerin Katharina Gruß ergänzte, dass man mittlerweile schon die Jahrgänge, die erst in zwei Jahren die Schule verließen, informiere und die Elternarbeit intensiviert habe. Bisher seien die Schulabgänger häufig zu spät auf die Ausbildungssuche vorbereitet worden.

Dass sich jetzt mit 478 Bewerbern 68 mehr als im Vorjahr gemeldet hätten, sei ein gutes Zeichen. Kreisweit stieg die Zahl von 1375 Bewerbern im vergangenen Jahr auf 1422.

Mit den Bewerbern seien die Unternehmen unterschiedlich zufrieden gewesen, sagte Gruß. Aufgrund des demographischen Wandels und besonders wegen des Fachkräftemangels müssten in Zukunft jedoch auch auf die Schwächeren eingestellt werden.

Gefragt waren in diesem Jahr wieder die kaufmännischen Berufe. Während bei den Männern Industriemechaniker am häufigsten gewünscht wurde, stand bei den Frauen Büro- und Einzelhandelskauffrau weit oben auf der Liste. (joc)

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Quelle: HNA

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