Ausbildungszahlen im Handwerk: Konjunktur ist gut, trotzdem weniger Verträge

Schwalm-Eder. Einen Rückgang bei den Ausbildungszahlen meldet das Handwerk im Schwalm-Eder-Kreis. Im vergangenen Jahr wurden 1104 Ausbildungsverträge abgeschlossen, ein Jahr zuvor waren es noch 64 mehr. Die Statistik weist für das Jahr 2004 sogar noch 1338 Verträge aus.

"Trotz guter Konjunkturdaten in vielen Branchen und voller Auftragsbücher springt der Ausbildungsmotor nicht richtig an", sagte Kreishandwerksmeister Frank Dittmar (Guxhagen) zu den aktuellen Zahlen. Je nach Branche und deren Markterwartungen schwanken auch die Erwartungen an die Ausbildung von Jahr zu Jahr.

Mit Blick auf die freien und unbesetzten Stellen im Sommer 2010 hätte es im vergangenen Jahr zu einem ausgeglichenen Saldo kommen können. Rund 50 Stellen blieben jedoch unbesetzt. Dittmar betont, dass die Aussicht auf eine gute Ausbildung und einen sicheren Arbeitsplatz im Anschluss an die Lehre im Handwerk weiterhin sehr gut blieben.

Mehr tun für Bewerber Im Zeitraum von 2004 bis 2014 geht die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Kreis um rund 3500 zurück, heißt es in der Pressemitteilung. Anschließend werden weitere starke Rückgänge erwartet.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung müssten die mittelständischen Betriebe deutlich mehr tun, um ihre Ausbildungsstellen zu besetzen, sagte Kreishandwerksmeister Dittmar. Die Kreishandwerkerschaft und die Innungen wollen die Betriebe bei ihren Bemühungen unterstützen, zum Beispiel mit einer Imagekampagne. Das Handwerk setzt auch auf den direkten Kontakt mit den Schulen. Auch auf den Bildungsbörsen im Kreis wird das Handwerk aktiv sein.

 Zwei wesentliche Aufgaben stehen dabei im Blickpunkt der Arbeit: Zum einen sollen die Informationen über die Berufe verbessert werden, zum anderen einfachere transparente Strukturen geschaffen werden. Regelmäßig fragt die Kreishandwerkerschaft die freien Ausbildungsplätze ab und stellt sie ins Netz: www.handwerk-schwalm-eder.de Appell an Betriebe Frank Dittmar und Jürgen Altenhof appellieren an die Handwerksbetriebe, weiterhin auszubilden und so die Leistungsfähigkeit der Betriebe zu erhalten. Schließlich brauche das Handwerk gut ausgebildete Fachkräfte, besonders um individuelle Wünsche des Kunden zu erfüllen. Ohne geschultes Personal werde es schwer fallen, gegenüber Billiganbietern Marktanteile zu behaupten. (red)

Quelle: HNA

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