Ein Jahr auf dem Land

Auslandsaufenthalt: Camila Ramirez stellt in Willingshausen ihr Heimatland Kolumbien vor 

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Farbprobe: Anlässlich des Museumstags am Sonntag, bei der Maria Camila Ramirez ihr Heimatland Kolumbien vorstellt, erhält der Gemeinschaftsraum im Gerhardt-von Reutern-Haus von Malermeisterin Ulrike Becker-Dippel, die ehrenamtlich für die WTB arbeitet, einen neuen Anstrich: Fünf Farben symbolisieren die fünf Regionen Kolumbiens. 

Willingshausen. Von Kolumbien in die Schwalm, aus Bogota nach Wasenberg: Es sind nicht nur Tausende von Kilometern und Millionen von Einwohnern, die Maria Camila Ramirez’ alten und aktuellen Lebensort unterscheiden.

Für ein Jahr lebt die 20-Jährige in Wasenberg und arbeitet als Freiwillige im Gerhard-von Reutern-Haus in Willingshausen. Und lernt dabei viel Neues über Kunst und Kultur.

Der Kontakt zur Freiwilligenorganisation ICJA, die weltweit junge Leute für Auslandsaufenthalte vermittelt, entstand durch Julia Grein, die vor einigen Jahren über diese Organisation in Neuseeland war. Die hatte ihre Oma in Wasenberg angegeben als potentielle Adresse für einen Gegenbesuch ausländischer Jugendlicher. Seitdem hat Maria Elisabeth Dietz in Wasenberg ein offenes Haus für junge Leute: Camila aus Kolumbien ist nach May Soon aus Israel und Ting Wie aus Taiwan die dritte Freiwillige, der sie Kost, Logis und Fahrdienst gewährt.

Eigentlich wollte Camila Ramirez am liebsten mit Kindern arbeiten, sagt sie, doch die Arbeit im Büro der Willingshausen Touristik Betriebsgesellschaft (WTB) passt auch zu der Touristik-Studentin, deren Traum es ist, einmal den Tourismus auf Kreuzfahrten zu organisieren. Seit August arbeitet sie im Team der Kunsthalle mit. Die ersten Monate seien eine „ständige Herausforderung“ gewesen, sagt Ulrike Becker-Dippel, die die Studentin betreut – nicht zuletzt, da Camila anfangs kein Deutsch sprach. Doch mittlerweile hat Camila bereits mehrere Flyer für die Kinder-Veranstaltungen „Kunst für uns“ entworfen, Besuchergruppen durch den Ort geführt und geholfen, Ausstellungen zu organisieren. Ihr bislang größtes Projekt steht am kommenden Sonntag (21.5.) bevor: Dann stellt die Kolumbianerin anlässlich des „Tags des offenen Museums“ ihr Land vor.

Dienstags spielt sie Volleyball in Treysa, doch ansonsten halten sich ihre Kontakte in Grenzen. „Ich bin sehr schüchtern“, sagt Camila Ramirez über sich selbst. Daher falle es ihr auch nicht leicht, mit den Schwälmern warm zu werden. Nach Prag, Budapest und Paris ist sie gereist, doch in der näheren Umgebung unterwegs zu sein, ist auf dem platten Land nicht einfach. „Es ist einfach schade, dass bei uns nicht viele Busse fahren“, bringt Ulrike Becker das Problem vieler junger Menschen in der Schwalm auf den Punkt. Auch wenn es ihr hier manchmal zu ruhig hergeht, einen Vorteil hat das Leben auf dem Land doch, sagt Camila Ramirez: „Hier fühle ich mich auf der Straße sicher, in Kolumbien muss man als Frau sehr aufpassen“. 

Quelle: HNA

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