Spangenberger Firma Volaplast feiert Anfang November 50-jähriges Bestehen

Von außen sieht man nichts

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In der dritten Generation: Werner Hoppach und Elisabeth Hoppach (vorne von links) werden in der Geschäftsführung von Tochter Dorothea Brede und Sohn Michael Hoppach unterstützt.

Spangenberg. Mit den Produkten der Spangenberger Firma Volaplast verhält es sich ein bisschen wie mit Perlen und Austern: „Von außen sieht man sie eigentlich nicht“, sagt Geschäftsführer Werner Hoppach.

Und doch stecken zum Beispiel in den meisten Autos Teile, die in dem Spangenberger Unternehmen hergestellt werden. Etwa Drosselklappen, die Spritzdüsen für die Scheibenwischanlage, Teile der Kraftstoffpumpen. Seit 50 Jahren produziert die Firma Kunstoffteile im Spritzgießverfahren, nicht nur für die Automobilindustrie, sondern auch für Bereiche der Medizin-, Geräte- und Elektrotechnik.

Damals: Das zweite Haus von rechts ist das Haus in dem die Eltern von Elisabeth Hoppach - Georg und Elisabeth Voland - die Grundlage für das Unternehmen Volaplast legten.

„Der erste Kunde meiner Eltern war B.Braun“, erinnert sich Elisabeth Hoppach, die Tochter der Firmengründer Georg und Elisabeth Voland. Und noch heute gehöre das Melsunger Unternehmen zu den Kunden von Volaplast. Die erste Spritzgussmaschine, die sich die Firmengründer 1961 zulegten, stand in ihrem Wohnhaus, einem alten Fachwerkhaus an der Neustadt 57 in Spangenberg.

Im Dienst für Landwirte

Vorher hatte der gelernte Schreiner Georg Voland sein Geld damit verdient, Bahnschwellen und Brennholz zu schneiden. Außerdem besaß er Dreschmaschinen und bot Landwirten zur Erntezeit seine Dienste an. Als die Geschäfte nicht mehr so gut liefen, sei die Idee entstanden Kunststoffteile im Spritzgießverfahren herzustellen, sagt Elisabeth Hoppach.

Heute: Auf rund 5000 Quadratmetern entstanden 1995 und 2001 am Mörshäuser Weg die Fertigungshallen und Büros, in denen die Firma Volaplast heute ihren Firmensitz hat.

Und so begann vor 50 Jahren die Geschichte des Spangenberger Unternehmens Volaplast, das sich vom Zwei-Mann-Betrieb zum international agierenden Unternehmen mit 120 Mitarbeitern entwickelte. Mittlerweile wird fast die Hälfte der in Spangenberg produzierten Präzisionskunststoffteile ins europäische Ausland, nach Fernost und Amerika exportiert. Fünf Jahre nach der Firmengründung zog das Unternehmen 1966 von der Spangenberger Innenstadt in einen Neubau an der Melsunger Straße. Tochter Elisabeth übernahm 1970 gemeinsam mit ihrem Mann Werner Hoppach die Geschäftsführung.

1995 folgte dann der Umzug an den heutigen Standort im Mörshäuser Weg, der 2001 erweitert wurde. Etwa 500 verschiedene Produkte sind es, die Volaplast dort derzeit herstellt. Im Jahr werden dafür rund 1000 Tonnen Kunststoffgranulat verarbeitet.

„Wir arbeiten kundenspezifisch“, sagt Geschäftsführer Werner Hoppach. Es gebe keinen Produktkatalog, sondern die Produkte werden mit den oder für die Kunden wie etwa Mercedes Benz entwickelt. Das können laut Hoppach einzelne Komponenten sein, aber auch komplette montierte Systeme. Dafür gibt es im Hause Volaplast eine eigene Entwicklungs- und Montageabteilung.

Nachfolge gesichert

Über Umsatzzahlen und Gewinne will man bei Volaplast nicht sprechen, aber „wir blicken zuversichtlich in die Zukunft“, sagt Elisabeth Hoppach. Auch was die Nachfolge angeht. Seit Anfang des Jahres sind Tochter Dorothea Brede, Sohn Michael Hoppach und Schwiegersohn Johannes Seyffarth, die bereits seit vielen Jahren im Unternehmen mitarbeiten, in der Geschäftsleitung tätig.

Gefeiert wird das Jubiläum am Freitag, 4. November, mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Dienstleistern. 270 Gäste erwartet die Familie.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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