Aussonderungen jüdischer Gefangener in Trutzhain dokumentiert

Die Befreiung : Die Kriegsgefangenen des Stalag IXA wurden am 30. März 1945 befreit. Darunter waren auch 1300 amerikanische Soldaten. Unter ihnen muss Roddie Edmonds gewesen sein, der jetzt von der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem geehrt wurde. Foto: Archiv

Trutzhain. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zeichnete in dieser Woche posthum den US-Soldaten Roddie Edmonds aus. Er hatte 1945 im Stalag IXA Ziegenhain jüdische Gefangene vor der Aussonderung gerettet.

Obwohl inzwischen die Namen und Daten von knapp 40.000 ehemaligen Kriegsgefangenen - das ist nur ein Bruchteil der Gesamtzahl - in der Gedenkstätte und Museum Trutzhain verzeichnet sind, gibt es über den Soldaten Roddie Edmonds in der Schwalmstädter Datenbank keine Informationen, erklärt Gedenkstättenleiterin Karin Brandes.

Er muss einer der 1300 US-Soldaten gewesen sein, die bis Kriegsende im Lager waren. Gesichert nachgewiesen ist laut Brandes, dass im Stalag Ziegenhain jüdische Kriegsgefangene ausgesondert wurden. Das gilt insbesondere für die sowjetischen Internierten.

In einem Bericht des englischen Soldaten Major James O. Badcock spricht auch dieser von „Aussonderungen“ unter den britischen Gefangenen. Der Originalbericht in englischer Sprache befindet sich im Imperial War Museum London. Für die Gedenkstätte hat Mitarbeiter Bert Beckmann die Darstellungen des britischen Soldaten übersetzt. An einer Stelle beschreibt der britische Soldat, wie seinen jüdischen Kameraden von einem Aufseher das Duschen verwehrt werden sollte.

Die Schilderungen Badcocks belegen, dass es Aussonderungen auch unter westlichen Kriegsgefangenen gab. Bezüglich der französischen Soldaten gibt es keine Hinweise. Ebenso weiß man nicht, was mit den „ausgesonderten“ westlichen Kriegesgefangenen geschah. Die jüdischen Soldaten der Roten Armee wurden nach Buchenwald gebracht.

Quelle: HNA

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