Reformationsgeschichte

Ausstellung in Wolfhagen: Luthers Werk auf 24 Tafeln

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Einblick: Gisela Holst-Ruppert und ihr Mann Wolfgang aus Zierenberg betrachten mit Interesse die Schautafeln der Ausstellung.

Wolfhagen. 500 Jahre Reformationsgeschichte interessant darzustellen, ist nicht einfach. Dass es möglich ist, zeigt die Ausstellung „Luther und Europa“, die in Anwesenheit vieler Ehrengäste in der Wolfhager Stadtkirche eröffnet wurde.

Vorbereitung und Aufbau der Ausstellung erfolgten durch das Regionalmuseum Wolfhager Land, den Museumsverein, die evangelische Kirchengemeinde und das Marburger Archiv.

Dirk Richhardt

In ihren Begrüßungsreden wiesen Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Pröpstin Katrin Wienold-Hocke auf die Nächstenliebe und den gegenseitigen Respekt als Kern des Christentums und die Bedeutung Luthers und der Reformation für Europa hin. Die Eröffnung der Ausstellung war eine der ersten Amtshandlungen für Lothar Rasch, den neuen Vorsitzenden des Museumsvereins. Dem Referenten Dr. Dirk Richhardt aus Homberg/Efze war es zu verdanken, dass der Abend „spannend und inhaltsreich“ wurde.

Der Historiker gab in einem 50-minütigen Vortrag einen Überblick zu den 24 Schautafeln, die in den Seitengängen der Stadtkirche aufgestellt waren. Die Tafeln sind verschiedenen Themen zugeordnet: Europa um 1500, Ereignis Luther, Luther und die anderen Reformatoren, Philipp von Hessen, die gespaltene Reformation und Ausbreitung und Ausblick der Reformation in Europa. Gleich zu Beginn stellte Richhardt die These auf, dass „Reformation nie abgeschlossen sei, denn Kirche müsse immer reformiert werden.“ In den Mittelpunkt seiner Rede stellte er neben Luther den Landgrafen Philipp I. und die bedeutende Rolle von Hessen.

Vorrang für Bildungspolitik

Der Landgraf führte als Erster den protestantischen Glauben 1526 in Hessen ein. Er rückte die Bildungspolitik an oberste Stelle und exportierte die Reformation in andere Länder. Mit der seiner Meinung nach wichtigen Botschaft der Reformation, dass „der Glaube von Gott gegeben sei und nicht durch Menschen gerichtet werden kann“, schloss der Historiker. Die Ausstellung „Luther und Europa“ kann noch bis zum 28. September in der Stadtkirche Wolfhagen besichtigt werden.

Quelle: HNA

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