Ausstellung über Kriegsverbrechen in den Beruflichen Schulen Schwalmstadt

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Gang durch die Ausstellung: Christel und Roland Turschner (Fuldabrück) sowie Reinhard Weinert (Baunatal, von links) informierten sich.

Ziegenhain. Die Ausstellung „Tragische Erinnerungsorte" der Bürgerinitiative Antikomplex aus Prag, die aktuell in der Kreissparkasse in Ziegenhain zu sehen ist, zieht um: Ab dem heutigen Donnerstag sind die Tafeln in der Pausenhalle der Beruflichen Schulen am Dammweg 5 in Ziegenhain zu besichtigen.

Bis zum 26. März (Mittwoch) ist die Ausstellung zu den Schulzeiten geöffnet. „Ich freue mich, dass auch junge Leute der umliegenden Schulen die Schau besuchen werden“, erklärte Horst W. Gömpel, der den Kontakt zur Bürgerinitiative geknüpft hatte.

Die Ausstellung ist ein Schulprojekt, an dem sich 100 Gymnasiasten aus Aussig, Komotau, Kaaden, Saaz und Posteberg beteiligt hatten. Die Schüler haben Zeitzeugen befragt und aus Archiven Ausstellungsmaterial zusammengetragen. Auf 50 Tafeln ist die Geschichte vom Einmarsch der Deutschen Truppen 1938 bis zu den „Austreibungsmaßnahmen“ in den Jahren 1945 und 46 dokumentiert. Dargestellt sind die Schandtaten der Deutschen - wie die Zerstörung der Synagoge in Komotau in der Reichskristallnacht und die Verfolgung der Juden - ebenso, wie die Ermordung der Sudetendeutschen in Aussig durch tschechische Revolutionsgarden und der Komotauer Todesmarsch.

Die verschiedenen Phasen der Vertreibung der sudetendeutschen Bevölkerung aus ihren Heimatorten und ihren Neubeginn in Nordhessen beleuchtet das Buch von Marlene und Horst W. Gömpel. Sie haben mehr als 100 Zeitzeugen befragt. Das Ehepaar möchte damit die Lücke der amtlichen Dokumentation schließen und die dramatischen Umstände der Nachkriegs-Vertreibung ins Licht der Öffentlichkeit rücken. In den kommenden Monaten werden sie ihr Buch vorstellungen, Lesungen sind geplant. (zsr)

Quelle: HNA

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