Auto hatte sich selbst entzündet: Ehepaar konnte sich mit Mühe retten

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Gerettet: Hartmut und Christa Reuß stehen nach dem nächtlichen Brand in der verrußten Garage ihres Hauses in Lendorf.

Lendorf. „Wir sind so froh, noch zu leben!", seufzt Christa Reuß und blickt in die rußgeschwärzte Garage.

Aktualisiert um 18.15 Uhr

In der Nacht auf Dienstag hatte das Auto des Ehepaares in der Garage seines Wohnhauses im Borkener Stadtteil Lendorf gebrannt. Die befindet sich im Untergeschoss ihres Hauses - der Rauch war bereits ins Gebäude gezogen.

Fast hätten sie das Feuer nicht bemerkt, wenn Hartmut Reuß in dieser Nacht nicht noch einmal wach geworden wäre. Er hatte zwar ein schwaches Piepen gehört, mit dem Geräusch aber zunächst nichts anfangen können.

„Ich habe meine Frau gefragt, ob sie sich denn für mitten in der Nacht einen Wecker gestellt hätte. Als sie Nein sagte, ging ich durchs Haus“, sagt der 66-Jährige. Erst dann bemerkte er den Rauch, der bereits aus dem Keller über die Treppe hinauf zog. Der Rauchmelder im Flur des Kellergeschosses war angesprungen, dichter Qualm sickerte durch die Brandschutztür der Garage. Das Ehepaar alarmierte sofort die Feuerwehr, eilte nach draußen vor die Tür. „Mein Mann schloss noch die Türen, aber ich drängte ihn aus dem Haus heraus. Hauptsache in Sicherheit, dachte ich nur“, sagt Christa Reuß mit belegter Stimme.

Die Feuerwehren aus Singlis/Lendorf und Borken rückten zügig an, konnten aber das elektrische Garagentor nicht öffnen. Die Einsatzkräfte mussten durch die Wohnung bis zum Brand im Keller vordringen und fanden dort den brennenden Wagen. Ein technischer Defekt ist nach Angabe der Polizei Homberg die Ursache für den Brand, der im Motorraum des geparkten Fahrzeugs entstanden war.

Als Hartmut Reuß das Feuer entdeckte, war es schon so groß, dass es vom Motorraum auf ein Regal übergesprungen war - in dem fatalerweise auch Rattengift gelagert war. Beim Kontakt mit dem Löschwasser entstanden giftige Dämpfe, sodass die Gefahrguttruppe der Feuerwehr Borken anrücken musste.

Der Schaden an dem Fahrzeug und in der Garage ist bislang noch nicht bekannt. Aber das sei zweitrangig, findet das Ehepaar aus Lendorf: „Hauptsache, wir haben noch uns.“

Das sagt der TÜV

 Laut Uwe Herrmann vom TÜV in Borken ist eine Selbstentzündung wie im Fall der Familie Reuß sehr selten. Das Auto könne durch einen technischen Defekt in Brand geraten. Das sei dann möglich, wenn die Batteriepole im Motorraum nicht richtig abgedeckt seien oder es zum Kurzschluss in der Elektronik komme. Bei guter Pflege und Wartung des Motorraums könne man Fahrzeugbränden zwar vorbeugen, aber sie nicht komplett ausschließen.

Quelle: HNA

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