Bündnisgrüne und Bürgerinitiative üben Kritik

Autobahngegner fordern Baustopp

Schwalmstadt/Marburg. Zum Tunnelanschlag bei Frankenhain am Montag haben sich Bündnis 90/Die Grünen Schwalmstadt und die Aktionsgemeinschaft Schutz des Ohmtals zu Wort gemeldet.

Als „Anschlag auf eine noch intakte Natur- und Kulturlandschaft“ bezeichnen die Bündnisgrünen den Baubeginn des Tunnelbauwerks bei Frankenhain, „in einer einzigartigen Demonstration der Macht versucht die Landesregierung noch vor Ablauf der Wahlperiode scheinbar unumkehrbare Sachzwänge für den Weiterbau der Bundesautobahn A49 zu schaffen“. Die Grünen nennen es in einem Handzettel unverantwortlich, mit dem 50-Mio.-Euro-Tunnel zu beginnen, ohne dass die Strecke durchfinanziert und das Baurecht für die nachfolgende Trasse sichergestellt sei, erklärte Johannes Biskamp.

Die Grünen sind der Auffassung, dass der hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) Symbolpolitik betreibe. Nachdem in Calden ein Flughafen ohne Passagiere errichtet worden sei, folge jetzt der Bau eines Tunnels ohne Autobahn. Es sei zu befürchten, dass am Ende die A49 nicht über Schwalmstadt hinaus gebaut werde und die B454 den überregionalen Schwerverkehr aufnehmen müsse. Dies würde für Wiera, Neustadt und Stadtallendorf einen Verkehrskollaps bedeuten. Der Bau des Tunnels solle umgehend gestoppt werden, meinen die Schwalmstädter Grünen.

Zwang durch Tunnel

Schutz-des-Ohmtals-Sprecher Reinhard Forst führte aus, Staatssekretär Jan Mücke (Berlin) habe ursprünglich mitgeteilt, dass Rechtssicherheit für das Gesamtprojekt A 49 Voraussetzung für die Bereitstellung von Geld sei. Diese Rechtssicherheit bestehe nicht. Mit dem Bau des Tunnels solle der Bau der Autobahn bis Treysa erzwungen werden („die Blamage nur eines Tunnelbaus wird niemand auf sich nehmen wollen“). Wenn sich nicht „ungeahnte Geldquellen auftun“, sei mit Jahrzehnten Bauzeit bis zum Abschluss der A 49 zu rechnen, meint Forst. (aqu)

Quelle: HNA

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