Vorläufige Insolvenz: Es gibt einen Kaufinteressenten für das Autohaus

Autohaus am Kreisel in Schieflage

Insolvenz ist beantragt, das Geschäft läuft weiter: Das Autohaus am Kreisel in Homberg führt die Marken Ford und Suzuki. Foto: Dellit

Homberg. Das Autohaus am Kreisel in Homberg ist in Schieflage geraten: Gegen das Unternehmen läuft ein vorläufiges Insolvenzverfahren, das teilt Insolvenzverwalter Dr. Hans-Jörg Laudenbach mit.

18 Mitarbeiter und drei Auszubildende sind in dem Betrieb beschäftigt. Ihren Lohn hätten sie bis einschließlich Juni gezahlt bekommen. Er sei auch für die nächsten drei Monate durch das Insolvenzausfallgeld gesichert. „Kündigungen sind keine geplant, das Unternehmen wollen wir weiterführen“, sagte Laudenbach im HNA-Gespräch. Und davon sei nach den bisherigen Gesprächen mit den Geschäftspartnern des Autohauses auch auszugehen.

Das Unternehmen, dass von drei Gesellschaftern geführt wird, sei zahlungsunfähig. Grund dafür sei eine höhere Steuernachzahlung. „Die Forderung des Finanzamtes konnte nicht in einer Summe bezahlt werden“, erklärt der Insolvenzverwalter.

„Es geht weiter!“

Laudenbach betont, dass die Geschäftsleiter selbst den Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Fritzlar gestellt hätten. Zudem laufe der Betrieb weiter: „Das betrifft das ganze Angebot – alle Reparaturen, Wartungsarbeiten und auch den Autoverkauf.“

„Es geht weiter!“ Das sei die wichtigste Nachricht für die Kunden, sagt er und hofft, dass die meisten der Firma treu bleiben. Besonders wichtig sei, dass die Ford-Werke die Weiterbelieferung und die Fortsetzung des Händlervertrages zugesagt hätten und die Ford-Bank weiterhin bereit sei, auch Neugeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, teilte Laudenbach mit.

Die Belieferung mit Autoersatzteilen sei über eine neue Vereinbarung mit dem Hauptlieferanten gesichert worden. „Die Gespräche waren erfolgreich, das ist ein erstes positives Signal“, so Laudenbach.

Das Autohaus am Kreisel führt die Marken Ford und Suzuki. Den größten Teil des Geschäfts – etwa 90 Prozent – mache die Marke Ford aus. Ob es auch mit Suzuki weiter gehe, stehe nicht fest. Sollte es nicht so sein, spiele das aber keine große Rolle. Die drei Gesellschafter der OHG – eine Personenhandelsgesellschaft – wollten das Unternehmen zunächst weiterführen.

Verhandlungen laufen

Es gebe aber auch einen Kaufinteressenten, erklärt Laudenbach. Derzeit würden – unter Beteiligung der Hausbank der Autohaus am Kreisel OHG – Verhandlungen mit einem Investor geführt, der bereit sei, den Betrieb und den Standort zu übernehmen.

„Die Verhandlungen sollen möglichst kurzfristig zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden.“ Den Namen des Kaufinteressenten könne er noch nicht nennen. Nur so viel: Er stamme ebenfalls aus dem Kfz-Bereich und bringe ein eigenes Geschäft mit. Und er habe Interesse an der Betriebsimmobilie, die den Gesellschaftern gehöre.

„Positive Aussichten ergeben sich auch durch die gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeiter, durch noch umzusetzende Kostensenkungsmöglichkeiten sowie dadurch, dass die Gesellschaft nunmehr ohne die Belastung mit Altverbindlichkeiten arbeiten kann“, zeigt sich der Insolvenzverwalter zuversichtlich.

Quelle: HNA

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