Autohaus Völker: Antrag auf Insolvenz - Elf Mitarbeiter betroffen

Seit 80 Jahren in Bischhausen ansässig: Das Autohaus Völker. Noch läuft der Betrieb normal weiter, aber das Amtsgericht Fritzlar hat inzwischen auf Antrag des Geschäftsführers Jürgen Völker das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Foto: ula

Bischhausen. Eine lange Tradition geht wohl zu Ende: Das Autohaus Völker im Neuentaler Ortsteil Bischhausen hat Insolvenz angemeldet, ist also nicht mehr zahlungsfähig. Jürgen Völker, Geschäftsführer der Autohaus-GmbH, sah und sieht für sein Unternehmen keine Zukunft mehr.

„Die Ära Völker wird hier nach 80 Jahren enden“, sagte er am Donnerstag im Gespräch mit der HNA.

Die vorläufige Insolvenzverwaltung hat der Korbacher Rechtsanwalt Reinhard Bohlig übernommen, ein Fachanwalt für Insolvenzrecht. Er wurde vom Amtsgericht Fritzlar eingesetzt und wird in den kommenden Wochen prüfen, ob und wie das Unternehmen eventuell erhalten werden kann. „Vielleicht findet sich ja ein Interessent, der die Firma ganz oder in Teilen übernehmen will“, sagte Bohlig. Schließlich sei in den vergangenen Jahrzehnten einiges aufgebaut worden am Standort Bischhausen.

Die Gebäude des Autohauses gehören nicht zur GmbH, sondern sind in Privatbesitz. Doch bei Interesse könne über einen Verkauf gesprochen werden. Die Halle sei schließlich auch anderweitig nutzbar, der Standort am Ende der A 49 vorteilhaft.

Betrieb geht weiter

Der Betrieb in Werkstatt und Verkauf wird zunächst wie gewohnt weitergehen. Wer sein Motorrad oder die Sommerreifen eingelagert hat, kann sie unbesorgt dort lassen, bis sie wieder benötigt werden.

Von der Insolvenz sind elf Mitarbeiter in Werkstatt und Verkauf betroffen. Für die wird es bis Ende April Insolvenzgeld geben. Ihre Löhne und Gehälter haben sie bis Ende Januar regulär erhalten.

„Wir haben noch zweieinhalb Monate Zeit, um die bestmögliche Lösung für das Unternehmen zu finden“, sagt Rechtsanwalt Bohlig, erst dann müsse die Insolvenz eröffnet werden. Geschäftsführer Jürgen Völker habe sehr frühzeitig die Reißleine gezogen und den Antrag rechtzeitig gestellt, lobte er.

Warum geht es nicht weiter mit dem Autohaus? „Da kommen viele Faktoren zusammen“, sagt Jürgen Völker, der seit dem Tod seines Vater im Jahr 1988 die Firma leitet. Sie war vor 80 Jahren von seinem Großvater Karl Völker gegründet worden. Zum einen habe das Image der Marke Opel gelitten und zu Einbußen geführt, die Abwrackprämie habe sich in seinem Falle kaum ausgewirkt, vielmehr den Gebrauchtwagenhandel negativ beeinflusst. „Und das Internet macht viele platt“, ergänzt Völker.

Die Auto-Einzelhändler erstickten zudem im Würgegriff der Hersteller, die ihre Konditionen diktierten. „Freier Unternehmer“ sei man nur, wenn’s schief gegangen ist.

Quelle: HNA

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