Automaten sind zu teuer: Kreissparkasse hat die Selbstbedienungsstelle in Obergrenzebach geschlossen

Kein Geldautomat mehr: Nach über 20 Jahren hat die Kreissparkasse Schwalm-Eder die SB-Geschäftsstelle in Obergrenzebach geschlossen. Archivfoto: dpa

Obergrenzebach. Die Menschen in Obergrenzebach und seinen Nachbardörfern sind enttäuscht: Die Kreissparkasse Schwalm-Eder hat den SB-Punkt im Haus Steinbrecher/Geisel in der Dorfmitte dichtgemacht. 

Seit 1994 konnten die Kunden sich an Automaten mit Bargeld und Kontoauszügen versorgen und Überweisungen erledigen. Wollen sie das künftig tun, müssen sie nach Ziegenhain, Frielendorf, Schwarzenborn oder Neukirchen.

Als Gründe nennt die Kreissparkasse mit aktuell 36 Standorten („das dichteste Geschäftsstellennetz im Schwalm-Eder-Kreis“) rückläufige Nutzungszahlen bei stets steigenden Kosten. Auf Nachfrage bestätigte ein Sprecher auch, dass Sicherungsmaßnahmen gegen Sprengstoffanschläge und Betriebskosten für die Entscheidung eine Rolle spielen.

13 solcher SB-Geschäftsstellen hat die KSK nun noch. Auf die Frage, ob diese bleiben lautete die Antwort: „Unser Haus überprüft regelmäßig die bestehenden Standorte. Es gibt aktuell keine Beschlüsse zu weiteren Standortschließungen.“ Die Entscheidung hatte Direktor Dirk Siemon vorigen Sommer persönlich überbracht, er sprach mit Bürgermeister Thorsten Vaupel, Ortsvorsteher Markus Mühling und Vereinsvertretern. Trotzdem sei das Dorf alles andere als zufrieden, sagte Mühling im Gespräch mit der HNA. Ein Stück Lebensqualität sei verloren gegangen, doch Möglichkeiten sich zu wehren hätten wohl nicht bestanden.

Vermieterin Doris Geisel drückt es so aus: „Die Leute sind sauer.“ Der angebrachte Zettel an der geschlossenen SB-Stelle, dass man „für Sie da“ sei, habe viele geärgert und als Information so nicht ausgereicht. Gerade die Älteren ohne Fahrtmöglichkeit seien betroffen, für die allermeisten von ihnen sei Online-Banking ein Ding der Unmöglichkeit.

Der ausdrückliche Hinweis auf die Dienstagsfahrt im Bürgerbus nach Frielendorf sei für viele eher ein Hohn. Und ein beliebter Treffpunkt sei weggefallen. Sie selbst wäre gerne bereit gewesen, das Vorplatzportal zur Sicherung über Nacht abzuschließen, dann habe es ohnehin kein Bargeld gegeben. Die KSK sieht es anders, die Kunden hätten die Entscheidung mit großem Verständnis aufgenommen, teilte sie mit.

Und: „Wir bekennen uns klar zu unserem öffentlichen Auftrag für die Menschen in der Region.“ Auch verwies die KSK auf den Bargeldbringservice, das Telefonteam und die Onlineberater (telefonisch, per Textchat oder auch für eine Videoberatung).

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Quelle: HNA

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