Neues Werk: Schiefe Märchen und schräge Geschichten

Autor der "Sams"-Bücher kommt nach Fritzlar: Paul Maar im Interview

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Querflöte, Gitarre und ein Buch voller schräger Geschichten: Sams-Autor Paul Maar (Mitte) liest aus seinem neuen Buch „Schiefe Märchen und schräge Geschichten“ in Fritzlar. Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute begleiten die Lesung mit Musik. 

Fritzlar. „Schiefe Märchen und schräge Geschichten“ – mit diesem neuen Buch kommt Kinderbuchautor Paul Maar am Freitag, 5. Mai, in den Hardehäuser Hof in Fritzlar.

Zusammen mit den Musikern Wolfgang Stute und Konrad Haas werden Geschichten erzählt und gesungen. Im HNA-Interview spricht der Autor der Sams-Geschichten über sein neues Buch.

„Der gestiefelte Skater“, „Schneewittchen und die sieben Rapunzel“ - Nehmen Sie mit den skurrilen Titeln ihres neuen Buchs alte Märchen aufs Korn?

Paul Maar: Es ist wie beim Sprichwort, „Was sich liebt, das neckt sich“. Ich spiele mit Märchenmotiven, ohne dass ich ausdrücken will, die alten Märchen seien überholt. Ich bin ein begeisterter Märchenfreund und finde, wenn man sich mit Märchen befasst und sie liebt, dann hat man auch die Erlaubnis, mit ihnen zu spielen.

Das Buch soll „herrlich unpädagogisch“ und auch für Erwachsene geeignet sein.

Maar: Das Buch ist in erster Linie für Kinder bestimmt. Aber ich glaube, die vorlesenden Erwachsenen werden auch Spaß daran haben. Es gibt im Buch zwei Humor-Schichten: eine ironische für die Erwachsenen im Hintergrund und eine für die Kinder.

Das Sams war ihr größter Erfolg. War es schwer, danach Bücher zu schreiben?

Maar: Ja und nein. Manchmal stört es mich fast, als „Sams-Autor“ vorgestellt zu werden, da ich noch 52 andere Bücher geschrieben habe. Eigentlich war für mich nach dem ersten Buch auch innerlich Schluss, als das Sams aus der Geschichte verschwindet. Aber ich habe so viele Briefe von Kindern bekommen, in denen stand „Das Buch ist gut, aber der Schluss geht nicht. Das Sams kann nicht einfach den armen Herrn Taschenbier allein lassen.“ Ich habe mich sieben Jahre gewehrt, bevor ich einen zweiten Band schrieb. Mittlerweile sind es sieben Bände.

Wie wichtig ist Lesen für Kinder im Zeitalter der digitalen Medien?

Maar: Leider lesen Kinder immer weniger. Dabei ist es gerade jetzt, wo alles über das Internet läuft, so wichtig. Das Lesen von Geschichten schult die Fantasie und das Wortverständnis. Außerdem fördert es die emotionale Intelligenz. Man muss sich beim Lesen in eine Person hineinversetzen und lernt dadurch Empathie.

Wie haben Sie mit dem Schreiben angefangen?

Maar: Ich hatte einen strengen, arbeitsamen Vater, für den Lesen Zeitverschwendung war. Er hat es mir nie verboten, aber wenn er mich lesen sah, kam die Frage: „Hast du nichts zu tun? Vielleicht könntest du den Hof kehren.“ Als Student habe ich es nachgeholt und nächtelang gelesen. Irgendwann hatte ich das Gefühl: Das Buch war ganz gut, aber das hätte ich besser schreiben können.

Wenn Sie einen blauen Wunschpunkt vom Sams hätten ...?

Maar: Einen einzigen Punkt? Das ist zu wenig (lacht). Ich würde mir wünschen, dass meine Frau, meine Kinder und Enkelkinder gesund bleiben, wir uns weiterhin so gut verstehen und öfter sehen. Ich bekomme außerdem viele Lesungsanfragen, auch aus China und Neuseeland. Mit noch einem Samspunkt würde ich mich verdoppeln. Dann könnte ich zu Hause neue Geschichten ausdenken und gleichzeitig in der Welt aus meinen Büchern vorlesen.

Eintrittskarten:

Die Eintrittskarten kosten 15 Euro, ermäßigt – auch für Mitglieder des Kulturverein – 13 Euro, Abendkasse 16 beziehungsweise 14 Euro. 

• Vorverkauf: Touristinformation,, Tel. 0 56 22/98 86 43

Quelle: HNA

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