Autor Tillmann Rammstedt las in Zierenberg aus seinem Roman „Der Kaiser von China“

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Kultur direkt vor der Haustüre: Das Kulturforum präsentierte in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule den Berliner Erfolgsautor Tillman Rammstedt im Zierenberger Rathaus.

Zierenberg. Der Opa ist tot. Völlig unerwartet. Dabei hatten ihm seine vier Enkelkinder doch gerade erst eine Reise zum Achtzigsten geschenkt, eine Reise an ein Ziel seiner Wahl. Die Ostsee hätten sie sich gut vorstellen können, den Harz, vielleicht auch den Gardasee.

Doch der eigenwillige alte Herr will lieber nach China. Die Enkel nicht, also bleibt es an Keith Stapperpfennig hängen, der nach Meinung seiner Geschwister dringend einmal wieder etwas Zeit mit dem Großvater verbringen sollte. Doch das Reisegeld scheint zu verlockend. Er verjubelt es, lässt das Geburtstagskind alleine ziehen, ohne mit dessen Tod im Westerwald zu rechnen.

Was nun, schließlich soll niemand mitbekommen, dass er sich um den Generationentrip gedrückt hat? Es muss eine Geschichte her, die glaubhaft macht, die Reise habe stattgefunden. Keith zaubert kurzerhand sein eigenes China aus dem Hut, und genau da beginnt der Lese- und Zuhörspaß, mit dem das Kulturforum Zierenberg in Kooperation mit der Volkshochschule am Samstagabend im Rathaus der Warmestadt seinen Besuchern einen kurzweiligen Abend bescherte.

Rasant und urkomisch

Der Erfolgsautor Tillman Rammstedt las derart sprühend, rasant und urkomisch aus seinem Roman „Der Kaiser von China“, dass man sich mit dem größten Vergnügen belügen ließ. Amüsant die Fantasiewelt aus Briefen und Reiseberichten, immer phantasievoll, komisch und mit der nötigen Ernsthaftigkeit, die zum Nachdenken anregt. So lässt sich für die Zierenberger der Abend auch ohne Fernseher aushalten, und dass dies direkt vor der Haustüre möglich ist, haben sie dem neu aufgestellten Kulturforum zu verdanken, dessen Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben, Kultur in das Rathaus und in die Kirche zu bringen. Nächster Termin: Musik zur Passionszeit mit dem Kasseler Kammerorchester Louis Spohr am Sonntag, 5. April, um 19.30 Uhr in der Stadtkirche. Der Eintritt kostet 12 Euro.(zhf)

Quelle: HNA

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