Autorin Anja Zimmer erzählt Geschichte der Herzogin Elisabeth

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An der Seite von Philipp, dem Großmütigen: Autorin Anja Zimmer mit ihrem Roman, der die Geschichte der Schwester Philipps I. erzählt.

Homberg/Fritzlar. Unsere Geschichte wird von Männern dominiert. Das findet die in der Nähe von Köln lebende Autorin Anja Zimmer.

Dabei gebe es so viele Frauen, die Wichtiges bewirkt hätten und trotzdem unbekannt geblieben seien.

Das möchte Zimmer, die am Donnerstag im Rathauskeller in Homberg aus ihrem neuen Buch las, mit ihren Romanen ändern. In diesen spielen durchgehend starke weibliche Persönlichkeiten die Hauptrolle.

Auch in ihrem historischen Roman „Auf dass wir klug werden“ ist das so. Erzählt wird die Geschichte der Elisabeth von Hessen, der späteren Herzogin Sachsens. Diese bekannte sich in Zeiten religiöser Unruhen im Land offen zur Reformation und zog den Unmut des sächsischen Hofstaates ihres streng katholischen Schwiegervaters auf sich.

Schauplatz Homberg

Der Roman spielt zu großen Teilen in Dresden, aber auch in Homberg, wo Elisabeths Bruder Philipp, genannt der Großmütige lebte. Der Landesfürst, ein Vorkämpfer der lutheranischen Lehre, brachte seiner Schwester die protestantischen Ideen näher und erschwerte damit ihr Leben am sächsischen Hof.

Schon in ihrem Roman „Mitternachtsblüten“ hatte sich die Autorin mit dem Hause Hessen beschäftigt. Auch dort ist Homberg ein Schauplatz. „Gründliche Recherche ist mir bei meiner Arbeit sehr wichtig“, sagt Zimmer, die in Gießen Germanistik und Theologie studierte. „Homberg und seine Geschichte kenne ich deshalb schon recht gut und komme immer wieder gern hierher zurück.“

Anja Zimmer möchte mit ihren Romanen, die sie in ihrem Verlag Frauenzimmer selbst verlegt, aber nicht nur auf starke Frauen in der deutschen Geschichte hinweisen. Ihr Anliegen ist es auch, Geschichte interessanter zu machen, indem man deren Hintergründe kennenlernt. Das Interessanteste ist für die Autorin die Familiengeschichte, so auch bei Elisabeth.

Fortsetzung folgt

Momentan arbeitet die 1968 in Lich geborene Schriftstellerin an einer Fortsetzung der Geschichte von Herzogin Elisabeth. Diese soll 2015 erscheinen. Die Arbeit an einem Buch dauere durchschnittlich vier bis fünf Jahre, sagt Anja Zimmer. Eine Schreibblockade hätte sie aber noch nie gehabt.

 • Das Buch: „Auf dass wir klug werden“, Frauenzimmer-Verlag, 516 Seiten, 12,95 Euro. Die Autorin ist deutschlandweit mit Lesungen und auf Mittelaltermärkten unterwegs. An diesem Wochenende hat sie einen Stand auf dem Kaiserfest in Fritzlar.

Von Christina Burrack

Quelle: HNA

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