Neue Verwendung geplant

B. Braun kauft Raiffeisenwerk in Altmorschen

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Imposantes Werk: Das ehemalige Kraftfutterwerk ist vom Kloster Haydau aus gut zu sehen und gilt nicht als Hingucker. 

Morschen/Melsungen. Neue Verwendung für das Kraftfutterwerk in Altmorschen: B. Braun Melsungen AG wird neue Besitzerin. Die 20 Mitarbeiter sollen ortsnah weiter beschäftigt werden. 

Das Raiffeisen Kraftfutterwerk in Altmorschen wird zum Jahreswechsel 2017/2018 eine neue Verwendung und mit der B. Braun Melsungen AG eine neue Eigentümerin finden. Das teilte Diplom-Agraringenieur Reinhard Stieglitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Raiffeisen Waren GmbH, im HNA-Gespräch mit. „Wir freuen uns über den positiven Verlauf der Verhandlungen mit der B. Braun Melsungen AG“, sagte Stieglitz, „und wir freuen uns über eine sinnvolle Nutzung des Geländes im Interesse der Region.“

1957 war das historische Kraftfutterwerk Altmorschen von der damaligen Raiffeisen Warenzentrale Hessenland GmbH errichtet worden. Es war laut Stieglitz viele Jahre eines der führenden Mischfutterwerke in Deutschland: „Die Produktion wurde in kürzester Zeit von 40.000 Tonnen pro Jahr auf 150.000 Tonnen in der Spitze ausgebaut.“ Zunächst nur für das Vertriebsgebiet Kurhessen konzipiert, wurden nach der Wende die vertrieblichen Aktivitäten bis nach Thüringen ausgebaut.

„Allerdings sorgte der Strukturwandel innerhalb der Landwirtschaft mit sinkenden Tierzahlen in den vergangenen Jahren dafür, dass die Produktionsmengen deutlich verringert werden mussten“, erläuterte Stieglitz.

Ansprüche an Produktion angestiegen

Gleichzeitig seien Qualitäts- und Sicherheitsansprüche an die Mischfutterproduktion deutlich angestiegen. Der schonende Ressourcenumgang zum Beispiel mit Energie stehe ebenso im Fokus wie die gentechnikfreie Futtermittelproduktion zur Herstellung von gentechnikfreien Lebensmitteln. Stieglitz: „Einen Großteil dieser Anforderungen wäre an dem seit sechs Jahrzehnten betriebenen Mischfutterwerk in Morschen nur unter außergewöhnlich hohen Investitionen möglich.“

Deshalb habe sich die Raiffeisen Waren GmbH bereits vor einigen Jahren dazu entschieden, mit anderen Marktteilnehmern in ein neues Mischfutterwerk in Hamm in Westfalen zu investieren. Bereits 2015 sei das dortige Werk mit einer Jahreskapazität von 200.000 Tonnen fertiggestellt worden.

Gerüchte über Schließung

Bereits vor Jahren waren Gerüchte über eine mögliche Schließung des Standorts Altmorschen Thema einer Ortsbeiratssitzung. Damals unterstrichen Vertreter von Raiffeisen die Bedeutung des Werks für die Region – es werde weiter gebraucht. Die nunmehr verkündete Schließung ist nach den Worten von Stieglitz die Folge der erhöhten Ansprüche aus dem Lebensmittelsektor.

Die derzeit 20 Beschäftigten am Standort Morschen sollen möglichst ortsnah weiterbeschäftigt werden. Das sehe eine partnerschaftlichen Vereinbarung zwischen der Raiffeisen Waren GmbH und der B. Braun Melsungen AG vor, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Ein Teil der Mitarbeiter werde an anderen Standorten der Raiffeisen Waren GmbH im kaufmännischen Bereich weiterbeschäftigt, ein anderer Teil werde wiederum Angebote der B. Braun Melsungen AG erhalten. Über den Verkaufs- beziehungsweise Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Links im Bild ist das Kloster Haydau samt Hotel in Altmorschen, rechts davon das Raiffeisen Gelände mit einer Gesamtfläche von 27.000 Quadratmetern. 

Das sagt B. Braun

Die B. Braun Melsungen AG als künftiger Eigentümer plant für das bisherige Raiffeisen-Kraftfutterwerk in Altmorschen „ eine neue Verwendung“. Das teilte das Unternehmen gestern auf Anfrage mit. In der Stellungnahme heißt es wörtlich: „Der Kauf erfolgt als Optionsfläche für die erweiterte Nutzung seitens Fläche Hotel/Kloster Haydau beziehungsweise Integrationskooperation mit der Baunataler Diakonie (Küchengarten).” Details wurden auch auf Nachfrage nicht genannt. 

Die Gebäude rund um das Kloster Haydau waren im Auftrag des Unternehmens B. Braun zwischen 2009 und 2013 grundlegend restauriert worden. B. Braun investierte nach eigenen Angaben 37 Millionen Euro in große Teile der Klosteranlage. In den ab 2014 neugestalteten Küchengarten investierte B. Braun rund zwei Millionen Euro. 

Quelle: HNA

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