Katzenbaby saß im Fensterschacht: Aufwändige Rettungsaktion

Gerettet: Katerchen Milow ist nun im Tierheim Beuern. Den Sturz hat er unbeschadet überstanden. Fotos:  privat

Beuern/Edermünde. Das war nicht nur für das Katzenbaby aufregend, sondern auch für die Hausbewohner und die Tierschützer: In Besse war eine kleine Katze in einen Keller-Fensterschacht gefallen und kam von allein nicht mehr raus.

Der Mitarbeiter der Gemeine Edermünde, der die Tierschützer über die missliche Lage des Katzenkindes informiert, hatte von einem schwierigen Fall gesprochen: Die Öffnung des alten Kellerfensters befindet sich in Straßenhöhe. Etwa 30 Zentimeter geht es schräg nach unten und dann gerade etwa 1,50 Meter runter.

Der Ordnungsamt-Mitarbeiter, Mitglied bei der Feuerwehr, wusste nach seiner Besichtigung keine Lösung, um die kleine Katze zu befreien.

Loch in der Wand: Erst nachdem die Mauer aufgestemmt war, konnte das Tier befreit werden.

Am Nachmittag fuhren dann die Tierheimleiterin Annabell Wiegard und ein ehrenamtlicher Mitarbeiter nach Besse, um sich die Situation anzusehen. Schon vor der Ankunft wurden verschiedene Befreiungsmöglichkeiten durchdacht, zum Beispiel das Hinunterlassen eines Tuches oder einer Leine mit einem Körbchen oder ähnlichem, an dem sich das Kätzchen festkrallen kann, um es hochzuziehen.

Vor Ort zeigte sich aber schnell, dass all dies nicht funktionieren würde. Durch die Enge des Schachtes war kein Einsehen bis zum Boden möglich. Von der Kellerseite aus konnte das Kätzchen gehört werden, ein Herankommen war aber nicht möglich.

Schnell wurde den Tierschützern klar, dass es nur eine Möglichkeit gibt: die Wand aufbrechen.

Die Hausbesitzer wurden überzeugt, dass ein Loch in die Wand geschlagen werden muss. Nur an welche Stelle? Die Wand hat eine Länge von gut vier Meter. Nach weiteren Überlegungen schaffte es die Hausbesitzerin aber, die kleine Katze in der Ecke Richtung Wand „festzusetzen“, indem sie ein Betttuch vor ihr runterließ.

Mit der Erlaubnis des Eigentümers, der dem Tierheimmitarbeiter auch die nötigen Werkzeuge gab, wurde ein Loch in die Kellerwand geschlagen. Hierbei musste sehr vorsichtig vorgegangen werden, immer wieder wurde durch Lauschen überprüft, ob die kleine Katze sich noch in der Ecke befand. Sie sollte nicht verletzt werden.

Nach wenigen Minuten war es geschafft, das Loch war groß genug, um mit der Hand hineinzugreifen. Aber der Arm war nicht lang genug. Nach kurzem Warten und ein paar aufmunternden Lockrufen der Tierheimleiterin kam die Kleine dann ganz von selbst zum Loch gekrabbelt.

Und was kam da zum Vorschein? Ein vier Wochen altes Katerchen.

Der Kleine, der mittlerweile den Namen Milow erhalten hat, wurde untersucht und für gesund befunden. Er hatte den tiefen Sturz ohne einen Kratzer überstanden.

In der Katzenpflege

Nun sitzt Milow in einer Pflegestelle des Tierheim Beuerns und lässt sich verwöhnen, auf dass er mal ein stattlicher Kater wird.

Die Tierheimmitarbeiter sind den Hausbewohnern dankbar für ihre tierfreundliche Entscheidung und ihre Unterstützung. Ohne das Loch in der Wand, wäre der kleine Kater elendiglich verhungert. (bmn)

Quelle: HNA

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