Uneinigkeit bei Zeitplan und Kosten

Babybecken wird im Schwalmstädter Parlament zur  Zerreißprobe

Schwalmstadt. Die Stadtveordneten sind uneinig über den Sanierungsplan des Planschbeckens im Ziegenhainer Freibad. 

Überraschungsangriff aller fünf Fraktionen im Schwalmstädter Parlament neben der SPD: Mit einem detaillierten Antrag unter der Federführung der CDU wollen sie durchsetzen, dass das Babyplanschbecken im Ziegenhainer Freibad in Kürze gebaut wird und vielleicht sogar noch diesen Sommer benutzbar ist. In den vergangenen zwei Badesaisons war es gesperrt, immer wieder taten sich Hürden und Meinungsverschiedenheiten darüber auf, wie und in welchen Bauabschnitten saniert werden soll.

Überraschend hatte Bürgermeister Pinhard diese Woche eine aktualisierte Planung ausgegeben, auf deren Grundlage im März eine Entscheidung fallen sollte. Doch in der Zeit zwischen der Ausschusssitzung am Dienstag und der Stadtverordnetensitzung am Donnerstag wurde offenbar in enger Zusammenarbeit aller – außer den Sozialdemokraten – ein außerordentlich strikter, detaillierter Antrag geschmiedet, eine Handlungsanweisung geradezu an Bürgermeister Pinhard und seine Bauverwaltung.

Kritik von der SPD

Ein Versuch zu später Stunde, mit der SPD zum Kompromiss zu finden durch die Streichung von Passagen im Antragstext, schlug fehl, zu weit klafften die Meinungen auseinander. Alt-Fraktionschef Michael Schneider wetterte, das Verfahren sei "mehr als unmöglich", eine "Ordre Du Mufti" (ironisch etwa: Entscheidung von oben herab). Zu viele Fachfragen und Zahlen seien noch offen, ein Bau im Sommerbetrieb höchst fragwürdig, solch ein Beschluss sei eine Zumutung.

CDU-Fraktionschef Marcus Theis pochte darauf, dass "nicht alles teuer vergeben werden soll", externe Planer nähmen "enorme Honorarkosten". Und man wolle nicht immer weitere Verzögerungen. Sämtliche Stadtverordneten (20) folgten und stimmten für den leicht abgespeckten Antrag – allein die SPD sagte fast geschlossen nein (12). Ein Genosse enthielt sich der Stimme.

Parlament verlangt Honorareinsparung

Im gemeinsamen Antrag beschließen CDU, Freie Wähler, Grüne, FDP und Linke, dass die Sanierung beginnt, sobald es die Wetterbedingungen zulassen, gestartet wird mit dem Babybecken Modell "Dettenhausen" (Wasserfläche 20 Quadratmeter, Wasserspielfläche 75 Quadratmeter). Die vorhandene Badetechnik wird, soweit es technisch möglich ist, genutzt. Die Planungen für das Nichtschimmerbecken müssen bis April in den Varianten Folie und Edelstahl mit Preisen vorliegen (Kosten-Nutzen-Analyse), auch die Fördermittel sind zu ermitteln (SWIM/KIP). Start der Arbeiten ist noch dieses Jahr, nächstes Jahr ist die Sanierung abzuschließen. Die Planung beider Becken und der Freilandanlagen soll weitgehend kostengünstig aus dem Bauamt Schwalmstadt kommen, um Honorare zu sparen.

Quelle: HNA

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