Trio präsentierte zeitgenössische Interpretationen

Bach jazzte in der Kapelle

In der Hospitalskapelle: Schlagzeuger Hans Rüschenbaum, Bernd Heitzler am Kontrabass und Pianist Helmut Lörscher. Foto: Rose

Treysa. Bach trifft Jazz: Mit dieser kühnen These zogen Jazz-Pianist Helmut Lörscher, Schlagzeuger Hans Rüschenbaum und Bernd Heitzler am Kontrabass in die Treysaer Hospitalskapelle. aus. Sie wollten den Zuhörern die Projektion Bachscher Musik in den Jazz näher bringen. Und das ist ihnen auch gelungen. Mit überschwänglichem Applaus wurden sie belohnt.

Das Jazz-Ensemble widmete sich mit wahnwitzigen Interpretationen den Werken Johann Sebastian Bachs und bildete damit den Jahresabschluss der Reihe „Neues in alten Räumen“. Bernd Heitzler spielte gekonnt mit der Rolle des Mannes im Hintergrund, während sich Helmut Lörscher als charmanter Moderator erwies. Wer beim Zuhören die Augen schloss, dem entging Hans Rüschenbaums exzentrische Mimik und Gestik voller Spielfreude.

Nicht zu überhören war indes die Harmonie, die Symbiose, die die drei Musiker in ihren kunstvollen Fassungen miteinander eingingen – kein Wunder, bilden die Drei doch seit zehn Jahren ein Trio.

Inspiriert durch das Bachjahr 2000 entstanden die virtuos-parodistische Suite Fahrstuhl zur Gavotte, die spielerische Musette und die Badinerie nach Bachs Finalsatz der Orchestersuite h-moll. Kühn war auch die Bearbeitung des zweiten Satzes aus Bachs Italienischem Konzert, die die Musiker in einen Bolero italiano verwandelten. Die sanfte Verbindung der klaren Harmonien mit der Sprache des zeitgenössischen Jazz kam an.

Raum für Improvisationen

Dem Prinzip des Choralvorspiels folgte die Interpretation von Bachs „Wie schön leucht uns der Morgenstern“. Dabei gelang es den Musikern, den Spannungsbogen in einer virtuosen Jazzballade münden zu lassen. Das Publikum erlebte überraschenden und tiefgründigen, zeitgenössische und bisweilen humorvollen Jazz. Dafür gab’s viel Applaus.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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