Vom Hotel ins Rathaus

Stefan Frankfurth will Bürgermeister in Bad Emstal werden

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Jeden Morgen, bevor die Arbeit beginnt, macht Stefan Frankfurth einen Spaziergang: Begleitet wird der Bürgermeisterkandidat für Bad Emstal von Mischlingsrüde Carlo. 

Bad Emstal. Am 18. März wird in Bad Emstal ein neuer Bürgermeister gewählt. Stefan Frankfurth ist überzeugt, die Gemeinde in ruhigere Fahrwasser führen zu können. 

Ein nicht alltäglicher Schritt, den Stefan Frankfurth wagen will. Dabei wird er nicht müde zu erklären, dass es ihn, den gelernten Koch und erfolgreichen Hotelier, reizt, bei der Bürgermeisterwahl im März seinen Hut in den Ring zu werfen.

„Ich beschäftige mich schon lange mit dem Gedanken, eigentlich seit der letzten Bürgermeisterwahl“, sagt der 52-Jährige, dem es leicht fällt, die Verantwortung für die Emstaler Höhe und die 50 Mitarbeiter an die nächste Generation und damit an seinen Sohn zu übertragen. Auf ihn selbst wartet nun eine neue, „spannende Aufgabe“. Dabei ist dem Sozialdemokraten wichtig zu betonen, dass ihn zwar die Genossen unterstützen, er aber als unabhängiger Kandidat für alle Menschen Bad Emstals antritt.

Zunächst habe er im Ort Unterschriften gesammelt. Für ihn sei es aufregend gewesen, ob er auch außerhalb der SPD Unterstützer findet. „Das hat sehr gut geklappt“, sagt Frankfurth, den diese Erfahrung motiviert habe. Auch glaubt er, dass eine Person aus Bad Emstal bessere Chancen hat, als ein auswärtiger Kandidat, wie bei der letzten Wahl. 1979 zog der gebürtige Felsberger von Großenritte nach Bad Emstal, wo seine Eltern den Grundstein für das Hotel legten.

Gut 40 Jahre später hat sich Frankfurth, der sich selbst als guten Netzwerker bezeichnet, in der Region einen Namen gemacht, nicht nur als Gastronom. Er ist Mitglied in einigen Vereinen, seit vielen Jahren als Sozialdemokrat aktiv in der Kommunalpolitik und aktuell als Erster Beigeordneter stellvertretender Bürgermeister. Die Entwicklung des Tourismus ist ihm eine Herzensangelegenheit, den Habichtswaldsteig samt seiner Extratouren ist er bereits abgelaufen. Neben dem Kochen zählt das Wandern zu seinen Leidenschaften.

Bessere Haushaltslage

Und was zieht ihn auf den Bürgermeisterstuhl? Der Bad Emstaler ist davon überzeugt, die Gemeinde in ruhigere Fahrwasser führen zu können. Große Bedeutung misst er dabei einer Verbesserung der Haushaltslage bei. Wichtig ist ihm darüber hinaus die Kinderbetreuung, die derzeit für viel Diskussion sorgt, so zu gestalten, dass sie zukunftsfähig ist. Weitere Schwerpunkte aus seiner Sicht sind die medizinische Versorgung – das gute Niveau müsse gehalten werden – Gewerbe, die digitale Entwicklung der Gemeinde, die Sanierung von Straßen und ein Ersatz für den Kursaal. Und auch zur Therme hat der 52-Jährige eine Meinung. 

Skepsis gegenüber Therme

Allerdings lässt sich die nicht in einem klaren Dafür oder Dagegen abbilden. Eine öffentliche Einrichtung in der bisherigen Größenordnung sieht er skeptisch. Vor einer endgültigen Entscheidung müsse das Projekt nach wirtschaftlichen Kriterien bewertet werden. Das Thema sei zu komplex, um es mit einem Daumen hoch oder runter abzufertigen. „Aber der Bürgermeister ist ja auch nicht der Entscheider“, sagt Frankfurth. Das sei das Parlament. Und für die Zusammenarbeit auf politischer Ebene hat er sich auch ein Ziel gesetzt: Mehr Fairness, mehr Respekt.

Quelle: HNA

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