Friedhöfe: Stelen, Urnen und Rasengräber

Bestattungen in Bad Zwesten auch für Muslime mit Gräbern gen Mekka möglich 

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Alternative Bestattungsformen: Stelen auf dem Homberger Friedhof.

In Bad Zwesten werden in einer Bürgerversammlung am Mittwochabend, 13. März, die Einwohner über alternative Bestattungsformen auf den örtlichen Friedhöfen informiert.

Für die letzte Ruhestätte gibt es in Bad Zwesten bisher zwei Möglichkeiten: Die Verstorbenen werden entweder bei einer Erdbestattung im Sarg oder in einem Urnengrab beigesetzt. Viele Angehörige suchen jedoch nach alternativen und pflegeleichteren Bestattungsformen, sagt Bürgermeister Michael Köhler. Dem möchte die Gemeinde nachkommen. Sie diskutiert über Alternativen. Die Planungen werden am Mittwoch, 13. März, ab 19 Uhr bei einer Bürgerversammlung im Kurhaus Bad Zwesten vorgestellt.

„Das Thema Friedhof wurde in den vergangenen Jahren stiefmütterlich behandelt“, räumt Köhler ein. Unterstützung bekommt die Gemeinde aus Kassel. Die Firma PlanRat kennt sich aus mit der Friedhofsgestaltung. Sie berät auch bei Strukturen, Satzungen und der Gebührenkalkulation.

Die Gemeinde Bad Zwesten unterhält in jedem Ortsteil einen Friedhof – in Betzigerode und Oberurff-Schiffelborn sogar zwei. Der alte Friedhof in Betzigerode soll geschlossen werden. Es soll dort keine Beisetzungen mehr geben, kündigt Köhler an. Auf allen anderen Friedhöfen sollen auch Urnenbestattungen unter Bäumen sowie Rasengräber möglich sein.

Neustrukturierung der Friedhöfe geplant

„Wir möchten möglichst viele Varianten, aber es soll am Ende auch bezahlbar sein“, sagt der Rathauschef. Was die neuen Bestattungsformen kosten, ist unklar. Zunächst muss die Gemeindevertretung über eine geänderte Friedhofssatzung abstimmen. Dann werde kalkuliert. Am Ende steht eine Friedhofsgebührenordnung, über die ebenfalls das Parlament abstimmen muss. Köhler rechnet damit, dass ab Januar die neuen Bestattungsformen möglich sind.

Die Gemeinde möchte bei dieser Gelegenheit die Friedhöfe neu strukturieren. Als Beispiel nennt Michael Köhler den Friedhof in der Kerngemeinde. Der sei großzügig angelegt. In den vergangenen Jahren sei er zudem „sehr individuell“ belegt worden. Die Gemeinde wollte bürgerfreundlich sein und den Wünschen der Angehörigen entsprechen. Herausgekommen ist ein Flickenteppich an Gräbern mit unterschiedlichen Laufzeiten. Künftig soll der Friedhof in der Kerngemeinde sowie in den anderen Ortsteilen strukturiert werden. Für die verschiedenen Bestattungsformen gibt es feste Bereiche.

Fläche für muslimische Bestattungen

Auf dem Friedhof in Bad Zwesten gibt es zudem eine Neuerung: Dort gibt es künftig eine Fläche für muslimische Bestattungen. Die Gräber sind länger, breiter und gen Mekka ausgerichtet. Bislang gab es in Zwesten erst eine solche Beisetzung. Wegen seiner Größe fällt das Grab zwischen den anderen Gräbern auf. Michael Köhler wünscht sich ein einheitliches, stimmiges Bild – und wirbt für einen extra Bereich.

Quelle: HNA

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