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Filigrane Kunstwerke auf Porzellan: Künstlerin aus Betzigerode leitet Kurs an der Volkshochschule

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Über viele Jahre hat sich eine nette Gemeinschaft entwickelt: von links vorne Christine Müller-Malkus, Irmhild Roeder, Bettina Möller; von links hinten Karin Siedentopf, Anke Wolf, Waltraud Rathgeber, Ingrid Junghans und Edelgard Opfer.
Über viele Jahre hat sich eine nette Gemeinschaft entwickelt: von links vorne Christine Müller-Malkus, Irmhild Roeder, Bettina Möller; von links hinten Karin Siedentopf, Anke Wolf, Waltraud Rathgeber, Ingrid Junghans und Edelgard Opfer. © Hebeler, Helga

Künstlerin Edelgard Opfer aus Betzigerode leitet Kurs an der Volkshochschule seit 40 Jahren.

Bad Zwesten – Wenn sich mehrere Frauen konzentriert über Porzellanteller beugen und dabei nur leise miteinander reden, verrichten sie keine Küchenarbeit. Sie nehmen am Porzellanmalkurs von Edelgard Opfer teil. Seit 40 Jahren teilt die Künstlerin aus Betzigerode ihre Leidenschaft zur Porzellanmalerei mit Gleichgesinnten.

Am 14. Oktober 1982 startete sie die Kurse an der Volkshochschule mit Waltraud Rathgeber. Zweimal jährlich finden sie in der Altenburgschule statt. Einige Teilnehmerinnen sind bereits seit 30 Jahren dabei. „Das Malen entspannt mich, da kriege ich den Kopf frei“, sagt Irmhild Roeder und auch Anke Wolf bestätigt dies. Das ist vermutlich das Geheimnis ihrer seit rund 40 Jahren andauernden Begeisterung für diese Malerei.

Bad Zwesten: Edelgard Opfer kennt alle Techniken und erklärt wie viele Tropfen Siebdrucköl oder Terpentin nötig sind

Mit einem sehr feinen Pinsel und mit zartem Pulver arbeiten die Damen. Die kostbaren Farbpigmente besorgt Leiterin Edelgard Opfer für alle und füllt sie liebevoll in kleine Gläschen. Alles wirkt filigran, egal ob mit Pinsel gemalt wird oder mit Schwämmchen getupft wird. Edelgard Opfer kennt alle Techniken und erklärt wie viele Tropfen Siebdrucköl oder Terpentin nötig sind, um die feinen Pülverchen mit Rühren in eine geschmeidige Farbe zu verwandeln. Die Farben lassen sich beim Malen wunderbar wieder wegwischen, wenn die Pinselführung nicht den gewünschten Effekt hatte.

Ganz vertieft in ihr Motiv: Christine Müller-Malkus. Das Malen half ihr, den Stress aus der Klinikarbeit abzubauen. Nun, im Ruhestand, genieße sie einfach die Freude daran.
Ganz vertieft in ihr Motiv: Christine Müller-Malkus. Das Malen half ihr, den Stress aus der Klinikarbeit abzubauen. Nun, im Ruhestand, genieße sie einfach die Freude daran. © Helga Hebeler

Bemalt wird eigentlich alles, was gefällt, erklärt die Porzellanmalerin. Von Kacheln über Teller, Vasen, Tassen oder Schalen, findet alles Verwendung. Nur von guter Qualität müsse es sein, denn bei billigem Porzellan könnten nach dem Brennen bei 800 bis 1300 Grad schwarze Eisenflecken sichtbar werden, weiß die erfahrene Künstlerin mit eigenem Brennofen. „Wir bekommen manchmal Spenden aus Haushaltsauflösungen“, erklärt sie mit Blick auf die umherstehenden Teller. Und Christine Müller-Malkus fahre regelmäßig nach Fürstenberg, wo es eine Porzellanmanufaktur gibt, in der sie sich eindecke. „Wenn man sich so viel Mühe macht und stundenlang malt, dann soll es auch ein gutes (Werk-)Stück sein“, sagt Opfer.

Gerade werden weihnachtliche Zweige und Kerzen aufs Porzellan gebracht

Die kleine Raupe Nimmersatt war ein beliebtes Motiv, sagt Opfer und erläutert, dass sie manchmal Themen vorgebe. „In den vergangenen Wochen hatten wir Herbstmotive: Blätter, Tiere und Früchte.“ Jetzt sind es weihnachtliche Zweige und Kerzen. Aber der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Alles, was in Büchern, auf Servietten oder auf Postkarten abgebildet ist, wird nachgemalt. Ingrid Junghans versucht sich an einem Eisvogel auf einer Tasse. Irmhild Roeder liebt die Märchenfiguren der Brüder Grimm und verziert mit ihnen Kinderteller.

„Esst schön den Teller leer, dann siehst Du die Ente auf dem Tellergrund“, sagte die Mutter immer zu Karin Siedentopf. Und nun treibt sie dieses „Spiel“ mit ihren Enkeln und den eigens bemalten Tellern. Und dabei können die bemalten Stücke nach dem Gebrauch durchaus in die Spülmaschine.

Edelgard Opfer malt auch mit ihren Enkeln

Edelgard Opfer malt auch mit ihren Enkeln. „Frieda darf man kein Thema geben, die malt, was in ihrem Kopf ist“, sagt die Oma. Ihre Enkelin habe bereits mit drei Jahren ihren Opa gemalt, indem sie die Farbe mit dem Finger aufgetupft und die Umrisse für den Opa ausgekratzt habe. Auch so gehe es.

Der nächste Kurs startet im März 2023. Er umfasst 20 Unterrichtsstunden jeweils von 17 bis 19.15 Uhr in der Altenburgschule Bad Zwesten. (Helga Hebeler)

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