Badeseen im Schwalm-Eder-Kreis sind weitgehend sicher

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Retter im Einsatz: Auf dem Bild ist eine nachgestellte Rettungsübung im Twistesee in Bad Arolsen zu sehen.

Schwalm-Eder. Sommer, Sonne, Badespaß: Heiße Temperaturen locken viele Badehungrige an die Seen. Doch wie sicher sind unsere heimischen Gewässer? Wir haben nachgefragt: die Betreiber und die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) halten die Seen für so sicher wie möglich.

Laut Reinhard Giesa, Sprecher der Polizei Homberg, endete im Jahr 2003 ein Badeunfall am Ostheimer See tödlich. Seitdem ereignete sich glücklicherweise kein weiterer.

Viele Risiken seien Badegästen nicht bekannt. Kalte Strömungen würden häufig unterschätzt. Kälteschocks, Krämpfe und Herzversagen könnten die Folge sein, sagt Siegfried Bank von der Stadtverwaltung Borken, der auch für die Seen zuständig ist. Leichtsinn, schlechte Schwimmfähigkeit und der Konsum von Alkohol zählten zu den häufigsten Ursachen von Badeunfällen. Umstände, die vermeidbar sein sollten.

Siegfried Bank betont, dass das Baden trotz der Aufsicht mehrerer Schwimmmeister immer auf eigene Gefahr erfolgt. Bei Badeseen müsse dies auf Schildern am Eingang der Gelände ersichtlich sein. Die Stockelache, der Silbersee in Frielendorf und der Neuenhainer See in Neuental sind vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie als Badeseen freigegeben. Das bedeutet, dass an dort das Baden erlaubt ist.

Anders ist es beispielsweise am Singliser See in Borken. Dort wird das Baden geduldet. "Es erfolgt keine Aufsicht durch einen Schwimmmeister", erklärt Bank. An diesen unbewachten Badestellen steige das Risiko, im Notfall zu ertrinken, um ein Vielfaches.

Andreas Falz von der Wachstation in Borken erachtet die Sicherheit an Badeseen für angemessen. "Bei uns an der Stockelache achten wir sehr darauf, dass sich Nichtschwimmer nur in den für sie vorgesehenen Bereichen aufhalten." Trotz Schwimmflügeln seien Kinder in tiefem Gewässer nicht sicher, wie manche Eltern irrtümlich annehmen. In der Haupt-Badesaison, von Mai bis September, werden die Seen überwacht. "Unsere Schwimmkurse im gesamten Kreisgebiet helfen Unfälle zu vermeiden", sagt Martin Teutschmann von der DLRG.

Allein im vergangenen Jahr starben bundesweit 340 Menschen bei Badeunfällen in Binnengewässern. Umso wichtiger sei die Aufklärung für das richtige Verhalten im und am Wasser durch die Trainer der DLRG, sagt Teutschmann.

Für den Wasserrettungsdienst an Badeseen wird das Silberne Rettungsschwimmabzeichen und die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs vorausgesetzt. "Wir versuchen jedem Badegast die größtmögliche Sicherheit zu bieten. Ein Restrisiko bleibt immer bestehen. Auf Übermut und andere Fahrlässigkeiten hat man keinen Einfluss", sagt Siegfried Bank.

Von Isabell Stephan

Quelle: HNA

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