Knapp 200 Mitarbeiter in 22 Filialen erhalten Ausfallgeld

Großbäckerei Jungclas in Schieflage: Vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet

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Seit 1997 ist die Produktionshalle im Treysaer Ostergrund: Blick auf die Stirnseite.

Schwalmstadt. Für das Schwälmer Backparadies Jungclas wurde das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Das bestätigte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Hans-Jörg Laudenbach (Gießen).

Die Treysaer Traditionsbäckerei ist seit 1593 in fünf nord- und mittelhessischen Landkreisen zwischen Marburg und Kassel, Jesberg und Bebra vertreten. Außerdem sind sechs Verkaufswagen für das Unternehmen unterwegs. Aktuell sind 196 Mitarbeiter in 22 Filialen betroffen.

Die Mitarbeiter wurden von der Geschäftsleitung und Dr. Laudenbach in einer Betriebsversammlung am Mittwoch informiert. Vertreten wird die Firma, die ihre 2300 Quadratmeter große Produktionsstätte seit 1997 im Treysaer Ostergrund hat, von Geschäftsführerin Jutta Jungclas und Geschäftsführer Michael Grau. Grau hat diese Funktion seit Anfang Oktober vorigen Jahres.

Wie Laudenbach unserer Zeitung gestern berichtete, wurde der Antrag auf vorläufige Insolvenz am Mittwoch vom Geschäftsführer der Jungclas GmbH gestellt. Zuständig ist das Amtsgericht Marburg.

Erstmals erwähnt wurde die Bäckerei Jungclas im Jahr 1593, wie es auf der Internetseite heißt. Mithin zähle man zu den ältesten Bäckereien Deutschlands. Der vorläufige Insolvenzverwalter klang gestern nicht sehr pessimistisch.

Die knapp 200 Mitarbeiter erhalten für drei Monate Insolvenzausfallgeld. Laudenbach: „Es wurde bereits ein Darlehen vereinbart, um die Löhne schnellstmöglich auszuzahlen.“ Auf unsere Frage, wie er die Aussichten bewertet, sagte der Gießener Rechtsanwalt: „Die Lage ist gut. Wir verfügen über Liquidität, um die Lieferanten zu bezahlen, die Personalkosten werden über das Insolvenzausfallgeld gezahlt.“

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Quelle: HNA

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