Heimisches Handwerk begegnet Discountern mit Innovationen

Bäckereien werden vom Markt verdrängt

Wolfhager Land. In Deutschland müssen immer mehr Bäckereien schließen. Laut Prognose des Verbandes Deutscher Großbäckereien werde bis 2020 mehr als ein Drittel der Betriebe aufgeben müssen.

Die Zahl der Bäckereien werde von 14.000 auf 8000 sinken, so Verbandspräsident Helmut Klemme. Im Gegenzug werde die Zahl von Backstationen in Discountern und Supermärkten in den nächsten zwei Jahren von rund 15.000 auf 25.000 steigen. Die Entwicklung geht zulasten der kleinen Bäckereien“, so Klemme. Ein Grund dafür sei das Preisgefälle. Dieser Trend zeigt sich auch am Beispiel der Altkreise Wolfhagen und Hofgeismar: Während es vor mehr als 20 Jahren noch weit über 60 Bäckereien gab, sind es jetzt in beiden Altkreisen nur noch 21. Diese Zahlen nennt Erich Horbrügger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Weil die Zahl der Innungsmitglieder so geschrumpft sei, habe die Bäckerinnung in diesem Jahr mit Kassel fusioniert.

Neugründungen gebe es kaum, da die Investition für Maschinen zu hoch sei, so Horbrügger. Auch Nachfolger für bestehende Bäckereien seien schwierig zu finden. Nachdem in Wolfhagen vor kurzem eine Bäckerei am Ofenberg dicht gemacht hat, gibt es nur noch einen einheimischen Bäcker in der Stadt. Alle anderen Anbieter von Backwaren sind Filialisten.

„Betriebe müssen sich umorientieren um konkurrenzfähig zu bleiben“, sagt Horbrügger. „Der normale Verkauf von Brot und anderen Backwaren genügt heute oftmals nicht mehr, um erfolgreich am Markt zu bestehen.“ Der Trend gehe ähnlich wie in Restaurants zu einer offenen Backstube, bei der der Kunde den Bäcker bei der Arbeit beobachten kann. Ein gut sortiertes Warenangebot mit ständig wechselnden Produkten könne zusätzlich helfen, auf die Kundenwünsche schnell zu reagieren.

Quelle: HNA

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