Ein echtes Naturtalent

Es ist Bärlauchsaison – Was die Pflanze so alles kann, erklärt Kräuterfrau Anna Hutter

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Anna Hutter zeigt die Bärlauch-Felder im Wald.

Gudensberg. Der Wald riecht nach Knoblauch. Ursache ist eine grüne Pflanze mit dünnen Blättern, der Bärlauch. In ganzen Feldern ist er im Gudensberger Wald zu finden. Dort wo es hell und der Boden trocken ist, hält er sich am liebsten auf. „Bärlauch ist ein richtiger Alleskönner“, sagt Anna Hutter.

Sie ist Kräuterfrau, wie sie sich selbst bezeichnet. Mit viel Elan und Sympathie möchte sie zwischen den Menschen und Kräutern vermitteln. „Da viele Pflanzen mit der Zeit vergessen werden, möchte ich den Blickwinkel wieder auf die Kräuter lenken“, sagt sie.

Zu den vergessenen Kräutern gehört der Bärlauch aber keinesfalls: Er hat gerade Hochsaison. Sobald die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmt haben, kommt der Frühlingsbringer aus der Erde geschossen und bleibt, bis er geblüht hat. Die Pflanze kann sehr leicht mit zwei anderen verwechselt werden, die beide giftig sind: „Der Aronstab hat dickere Blätter, die am Rand nicht gerollt sind. Er ruft ein Brennen im Mund hervor“, sagt Hutter. Die Herbst-Zeitlose sei daran zu erkennen, dass sie im Herbst blühe, ledrige Blätter habe, die nah am Stängel wachsen.

Das sicherste Zeichen für Bärlauch sei der Geruch nach Knoblauch, der noch intensiver werde, wenn man die Blätter in der Hand reibe.

Doch auch dabei sei Vorsicht geboten: Die Nase gewöhne sich sehr schnell an Gerüche, die man dann nicht mehr wahrnehme. Wenn man unsicher sei, solle man die Kräuter lieber in der örtlichen Gärtnerei erwerben.

„Der Bärlauch ist gut essbar, solange er noch keine Blüten hat. Ich empfehle, die Zwiebel nicht auszureißen, da die Pflanze mehrjährig ist und sonst im kommenden Jahr nicht mehr nachwächst“, so Hutter. Und das wäre schade, weil der Bärlauch nämlich ein echtes Naturtalent sei: Er habe eine heilende Wirkung, senke den Cholesterinspiegel, den Blutdruck, wirke im Magen-und Darmtrakt antibakteriell und helfe dabei, den Körper zu entgiften.

„Man sollte immer nur so viel nehmen, wie man braucht. Für eine Mahlzeit reicht ein kleines Sträußchen“, sagt die Kräuterfrau. Ist das Kraut nämlich einmal ausgerissen, sei es sehr schnell welk und nicht mehr zu verwenden. „Ich konserviere die Blätter klein gerissen in 38 bis 45 Prozent Alkohol. Nach vier Wochen hat man eine Tinktur.“

Bärlauch sei besser zu verwenden als Knoblauch, „der haut rein wie eine Keule“, meint Anna Hutter. Außer in Gudensberg hat sie im Kreis kaum wild wachsenden Bärlauch gefunden, in Fritzlar kenne sie beispielsweise gar keinen Ort.

Kontakt und Information: Die Sozialpädagogin Anna Hutter hat eine Ausbildung zur Phytotherapeutin in der Heilpflanzenschule Doris Grappendorf absolviert und bietet Kräuterwanderungen an. Anna Hutter, Tel. 05622/916574.

www.haggefluester.de

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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