Trockenheit stresst den Wald

Bäume in der Region warten auf Regen

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Der Waldboden ist trocken trotz Regen: Friedrich Vollbracht, Revierförster im Stadtwald Wolfhagen, hat mit dem Spaten unweit des Hellen Platzes unter einer Fichte eine Bodenprobe genommen.

Wolfhager Land. Vor allem die älteren Bäume im Wald haben derzeit mit der Trockenheit zu kämpfen. Der Regen im April sei bitter nötig gewesen, reiche aber noch nicht aus, um für eine gute Durchfeuchtung des Bodens zu sorgen, sagt der Leiter des Forstamtes Wolfhagen, Uwe Zindel.

Von den Niederschlägen hätten vor allem die jungen Pflanzen profitiert, die das oberflächennahe Wasser leichter aufnehmen können als ältere Bäume, deren Wurzeln tiefer reichen.

Bereits in Januar und Februar habe es weniger als die Hälfte der gewohnten Niederschlagsmenge gegeben. Üblicherweise fielen in beiden Wintermonaten zusammen etwa 100 Milliliter pro Quadratmeter, in diesem Jahr seien es nur 40 Milliliter gewesen. Und trotz Regens im April sei bislang auch dieser Monat im Vergleich zum langjährigen Monatsmittel viel zu trocken. Statt der normalen 50 bis 70 Milliliter Niederschlag habe es in bestimmten Regionen, für die das Forstamt Wolfhagen zuständig ist, bislang gerade mal 20 Milliliter Wasser auf den Quadratmeter gegeben. Zindel: „Die Situation ist angespannt.“

Für die Waldbäume bedeute die Trockenheit Stress. Verschärfend hinzu kämen die vergleichsweise hohen Temperaturen im März. „Würde es in den nächsten vier Wochen nicht regnen, hätten insbesondere ältere Bäume ein Problem“, sagt Zindel, der allerdings auch glaubt, dass es so drastisch nicht kommen wird. Meteorologen hätten für die nächsten Tage Regen angekündigt.

Der Bodenwasserspeicher fülle sich im Winter, sagt Wolfhagens Förster Friedrich Vollbracht. Bis zum Sommer zerrten die Pflanzen aus diesem Reservoir. Wichtig sei, dass es in den kommenden Wochen und Monaten regne.

Bäume hätten Möglichkeiten, auf den Stress zu reagieren. Nadelbäume, so Forstamtsleiter Uwe Zindel, schränkten ihr Wachstum ein. Laubbäume reduzierten den Austrieb, um ihren Wasserbedarf zu senken. Allerdings ist die Kompensationsfähigkeit beschränkt: Reißt irgendwann der Wasserstrom in der Pflanze ab, besteht das Risiko, dass die Bäume absterben. Aber von dieser Situation sei die Natur noch weit entfernt, sagt Zindel.

Allerdings ist es für ihn ganz offensichtlich, dass sich das Klima in den vergangenen Jahren erwärmt habe und in den Winter- und Frühlingsmonaten weniger Niederschlag falle. Daher lenkten er und seine Mitarbeiter im Forstamt Wolfhagen die Aufmerksamkeit auf die Förderung der jungen Bäume. Ein gesunder Mix aus verschiedenen Laubbaum-arten und ein Nebeneinander unterschiedlicher Generationen von Bäumen machen den Wald stressresistenter gegenüber Klimaveränderungen.

Quelle: HNA

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